TÜRKİYE
2 Min. Lesezeit
Iran-Krieg: Fidan fordert dauerhaften Frieden
Außenminister Hakan Fidan warnt vor einer Zuspitzung globaler Krisen und drängt auf mehr Diplomatie. Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran müsse nun in einen dauerhaften Frieden überführt werden.
Iran-Krieg: Fidan fordert dauerhaften Frieden
Iran-Krieg: Fidan fordert dauerhaften Frieden / Foto: Reuters / Reuters
vor 6 Stunden

Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat angesichts der Spannungen im Nahen Osten zu verstärkten diplomatischen Anstrengungen aufgerufen. „Es ist unsere aufrichtige Hoffnung, dass die erreichte Waffenruhe vollständig umgesetzt und in einen nachhaltigen Friedensprozess überführt wird“, sagte Fidan am Freitag beim Antalya Diplomatie-Forum.

Fidan warnte zugleich vor einer Zuspitzung globaler Krisen. Unsicherheit und Konflikte seien inzwischen prägende Merkmale der internationalen Ordnung. Die Eskalation im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg habe das internationale System erheblich beschädigt und die Region vor eine der schwersten Bewährungsproben der jüngeren Geschichte gestellt.

​​Im Zuge der Waffenruhe hat Teheran am Freitag die für den globalen Ölhandel zentrale Straße von Hormus vorübergehend „vollständig“ geöffnet und freie Durchfahrt für Handelsschiffe zugesichert. Washington hält jedoch parallel an der Blockade iranischer Häfen fest, die erst mit einem umfassenden Abkommen aufgehoben werden soll.

„Die Menschheit hat erneut zu einem hohen Preis gelernt, dass es im Krieg keine Gewinner gibt“, erklärte der türkische Außenminister. Daraus müssten vor allem die Staaten der Region Lehren ziehen. Zugleich würdigte er die Bemühungen um die jüngste Waffenruhe. Besonders die Rolle Pakistans hob der türkischen Spitzendiplomat hervor.

Fidan betonte, dass die Ursachen des Konflikts nicht ausgeblendet werden dürften. Der „Expansionismus Israels“, der mit dem Gaza-Krieg begonnen habe, stelle eine direkte Bedrohung für die internationale Ordnung dar. Wer einen dauerhaften Frieden anstrebe, müsse diese Entwicklung stoppen.

Die internationale Gemeinschaft habe in den Bemühungen um eine Deeskalation einen seltenen Konsens gezeigt. Diese Chance müsse genutzt werden, um Dialog und Diplomatie zu stärken. Diplomatie bedeute, Konflikte frühzeitig einzudämmen und tragfähige Grundlagen für die Zukunft zu schaffen.

Zugleich forderte Fidan eine Reform der internationalen Institutionen. Das bestehende System sei nicht ausreichend inklusiv, transparent und handlungsfähig, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Ungerechte Strukturen verlängerten Konflikte und verschärften deren Folgen.

Auch technologische Entwicklungen müssten stärker reguliert werden. Künstliche Intelligenz dürfe nicht zum Machtinstrument weniger Akteure werden, sondern müsse allen zugutekommen.

Mit Blick auf die Region verwies Fidan auf mehrere parallele Krisen – vom Russland-Ukraine-Krieg über die militärische Eskalation Israels bis hin zur Instabilität im Sudan und am Horn von Afrika. Türkiye gehöre zu den wenigen Staaten, die mit allen Seiten im Gespräch seien und eine Vermittlerrolle einnehmen könnten.

Ein stabiler regionaler Ordnungsrahmen erfordere den Respekt vor Souveränität und territorialer Integrität, die Anerkennung gesellschaftlicher Vielfalt sowie Fortschritte hin zu einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt. Mutige Schritte seien gerade in Zeiten tiefgreifender Krisen entscheidend für dauerhaften Frieden und Stabilität, so Fidan.

QUELLE:TRT Deutsch