Angesichts der verstärkten Luftangriffe Israels auf Gaza-Stadt warnen die Vereinten Nationen vor verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung. UN-Sprecher Stéphane Dujarric sprach am Freitag unter Berufung auf das UN-Nothilfebüro OCHA von durchschnittlich einem Luftangriff alle acht bis neun Minuten. Israel habe seine Angriffe in den vergangenen 24 Stunden massiv ausgeweitet.
Nach UN-Angaben sind allein am Donnerstag rund 16.500 Menschen aus dem Norden in den Süden des Gazastreifens geflohen. Hilfsmannschaften seien entlang der Fluchtrouten stationiert, um Hilfe zu leisten und über die Gefahren von Blindgängern aufzuklären. Es hielten sich aber weiterhin Hunderttausende in Gaza-Stadt auf, die fast vollständig von humanitärer Hilfe abhängig seien. Viele wichtige Einrichtungen hätten schließen oder umziehen müssen.
Auch der Zugang für Hilfsgüter bleibe stark eingeschränkt, heißt es von Seiten der UN. Von 15 geplanten Hilfseinsätzen seien nur sieben von Israel vollständig genehmigt worden. OCHA fordert Israel erneut auf, humanitäre Einsätze uneingeschränkt zu ermöglichen und Hilfslieferungen ungehindert in den Gazastreifen zu lassen.
Dujarric beklagte zudem die Lage im besetzten Westjordanland: Seit Oktober 2023 seien mehr als 3.000 Palästinenserdurch Angriffe israelischer Siedler und durch Zugangsbeschränkungen vertrieben worden. Die Hälfte davon seien Minderjährige.
Israel führt seit Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza, der von immer mehr Experten und Menschenrechtsorganisationen als Völkermord eingestuft wird. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums tötete Israel bisher mehr als 65.540 Menschen in Gaza, die meisten davon Frauen und Minderjährige. Demnach wurden mindestens 167.518 Menschen verletzt.




















