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Gegen Videobeweis: Fanproteste im DFB-Pokal erwartet
In der ersten DFB-Pokalrunde wird kein VAR eingesetzt. Warum genau das Fangruppierungen von Vereinen zu speziellen Aktionen nutzen wollen.
Gegen Videobeweis: Fanproteste im DFB-Pokal erwartet
ARCHIV - 22.03.2026, Bayern, Augsburg: Fußball, Männer: Bundesliga, FC Augsburg - VfB Stuttgart, 27. Spieltag, WWK-Arena / dpa

Fanszenen verschiedener Vereine planen bei den DFB-Pokalspielen an diesem Wochenende nach dpa-Informationen größere Protestaktionen gegen den Videobeweis im Profifußball. „In der nun startenden ersten Pokalrunde sehen wir den Fußball, wie er sein sollte: ohne VAR und damit authentisch, unmittelbar und voller Emotionen. Zu diesem Zustand möchten wir dauerhaft zurückkehren und fordern deshalb die Abschaffung des Video Assistant Referee im deutschen Fußball“, heißt es in einem Aufruf, der unter der Anhängerschaft diverser Clubs kursiert.

Wegen des zu hohen technischen und finanziellen Aufwands kommt die Technologie in der ersten Runde des Wettbewerbs noch nicht zum Einsatz - künftig aber schon ab der zweiten Runde. Bislang war dies erst ab dem Achtelfinale der Fall.

„Den emotionalsten Moment zerstört“ 

„Während der Fußball von Intensität und Rhythmus lebt, leidet der Spielfluss erheblich unter den sich in die Länge ziehenden Unterbrechungen. Wir müssen ebenfalls schmerzlich feststellen, dass er den emotionalsten Moment des Spiels zerstört hat“, heißt es in dem Schreiben weiter. „Selbst Fans, die der Neuerung anfangs noch offen und positiv gegenüberstanden, konstatieren nach mittlerweile neun Jahren, dass der VAR den Charakter des Spiels grundlegend verändert hat.“ 

In der neuen Spielzeit in der 1. und 2. Bundesliga werden die Aufgaben des Video-Assistenten noch erweitert. Künftig darf er eingreifen, wenn ein Platzverweis nach einer eindeutig falschen zweiten Gelben Karte erfolgt. Zudem kann der VAR den Schiedsrichter korrigieren, wenn versehentlich der falsche Spieler verwarnt oder des Feldes verwiesen wurde. Im Gegensatz zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko werden aber falsche Eckballentscheidungen weiterhin nicht vom VAR überprüft.

Bei einer Veranstaltung der Schiri GmbH des Deutschen Fußball-Bundes in dieser Woche in Frankfurt betonte jedoch Benjamin Schmedes, Direktor Sport und Mitglied der Bundesliga-Geschäftsleitung: „Wir wollen grundsätzlich die Zeit, die wir am Schirm verbringen minimieren und eine gesunde Einheitlichkeit in der Auslegung haben.“ 

„Den Schiedsrichter stärken“

Jochen Drees, Leiter Video-Assistenten bei der Schiri GmbH, erklärte, die Linie der UEFA gehe ebenfalls in die Richtung, „den Schiedsrichter wieder zu stärken und nur bei klaren, offensichtlichen Fehlentscheidungen einzugreifen.“ 

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Fan-Proteste gegen den VAR gegeben. So zeigten im Februar Anhänger des FC Augsburg vor der Partie gegen Heidenheim Spruchbänder über einen ganzen Block verteilt. Die Aktion stand unter dem Motto: „Der Videobeweis raubt uns die Freude am Fußball“.

QUELLE:dpa