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Frankreich: Nach landesweitem Protesttag werden Schäden sichtbar
Ausgebrannte Autos, geplünderte Läden, umgeworfene Fahrräder: Paris räumt nach einer Nacht voller Krawallen auf. In Limoges brannte das historische Rathaus – wie groß ist der Schaden?
Frankreich: Nach landesweitem Protesttag werden Schäden sichtbar
Marseille, Frankreich, 18.10.2026 / Foto: -/REUTERS

In Frankreich zeigen sich am Tag nach den landesweiten Protesten in vielen Städten die Schäden und Verwüstungen. Im Zentrum von Paris waren am Sonntag viele Straßen mit Unrat, herumgeworfenen Fahrrädern und Gegenständen aus geplünderten Läden übersät. Außerdem waren vielerorts die Spuren gelegter Brände sichtbar. Die Stadtreinigung war seit der Nacht im Dauereinsatz, um in der Hauptstadt auf den Straßen und Plätzen aufzuräumen. Ähnlich sah es in Marseille oder Lyon aus.

Im zentralfranzösischen Limoges wurde das Ausmaß der Zerstörungen an dem historischen Rathaus sichtbar. Vermummte Personen hatten das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Brand gesetzt. „Dank der Einsatzmaßnahmen konnte der hintere Teil des Gebäudes gerettet werden“, sagte der Präfekt des Départmenet Haute-Vienne, Maurice Barate, dem Sender BFMTV. Die Flammen, die seinen Angaben nach von Wind angefacht wurden, hatten hoch in den Nachthimmel gelodert. Erst am Morgen war der Brand unter Kontrolle. Unter Tränen hatten Rathausbeschäftigte am Abend vor dem brennenden Gebäude gestanden.

Auch Politiker reagierten am Tag nach den Ausschreitungen empört und erschüttert. „Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich mir in dieser Stadt niemals hätte vorstellen können, zu erleben“, sagte der Bürgermeister von Marseille, Benoît Payan. „Das ist mehr als nur Bestürzung.“ Horden von „Randalierern und Plünderern“ hätten das öffentliche Eigentum angegriffen und die Forderungen derjenigen untergraben, die rechtmäßig demonstrieren wollten. 

Nach Angaben des Innenministeriums wurden in der Nacht zum Sonntag mehr als 1800 Menschen festgenommen und mehr als 500 Polizisten und Feuerwehrleute verletzt. 

In Frankreich hatten die sogenannte Gelbwesten-Bewegung, Gewerkschaften, Schüler, Studierende, Landwirte und andere Organisationen für Samstag zu einem Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem aufgerufen. An den Protesten nahmen landesweit nach Regierungsangaben rund 550.000 Menschen teil, die Organisatoren sprachen von rund 800.000 Demonstranten. 

Schon seit Mitte September demonstrieren Schüler in Frankreich, sie fordern mehr Lehrkräfte, kleinere Klassen und eine bessere Ausstattung. Die Proteste ereignen sich vor dem Hintergrund der Debatte um einen Sparhaushalt, den die Regierung durchs Parlament bekommen will. Dieser sieht auch Kürzungen im Bildungsbereich vor. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen