Laut einer aktuellen Auswertung der Organisation CLAIM gibt es einen Anstieg bei antimuslimischen Vorfällen in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 4.069 solcher Vorfälle dokumentiert, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht. Das sind im Durchschnitt mehr als elf islamfeindliche Fälle täglich. Im Jahr 2024 waren es noch 3.080 Fälle.
Erfasst wurden unter anderem Beleidigungen, Diskriminierungen, Bedrohungen, Ausgrenzungen und Gewalttaten im Alltag. Für das Lagebild werden Meldungen von staatlichen Einrichtungen, Einzelpersonen und der Zivilgesellschaft herangezogen. Betroffen sind laut CLAIM nicht nur Muslime, sondern auch Menschen, die von anderen als muslimisch wahrgenommen werden.
CLAIM geht bei den Fallzahlen von einem erheblichen Dunkelfeld aus. Viele Betroffene meldeten Vorfälle nicht oder machten die Erfahrung, dass ihre Erlebnisse relativiert oder nicht ernst genommen würden, heißt es.
Antimuslimischer Rassismus sei kein Randphänomen, sondern beeinträchtige die gesellschaftliche Teilhabe, betont CLAIM. Zudem könne er das Vertrauen in staatliche Institutionen erschüttern und das Sicherheits- sowie Zugehörigkeitsgefühl schwächen.
Veröffentlicht wurde das Lagebild im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus, die vom 17. Juni bis zum 1. Juli stattfinden. CLAIM koordiniert die Aktionswochen seit 2018. Rund um den 1. Juli, den Tag gegen antimuslimischen Rassismus, wollen zivilgesellschaftliche Akteure auf Hass, Ausgrenzung und die Folgen für Betroffene aufmerksam machen.























