Ankara wirft Athen die Missachtung der Rechte der türkischstämmigen Minderheit in Westthrakien vor. Hintergrund ist die Ernennung von neuen Muftis in Komotini und Xanthi durch griechische Behörden – jeweils für fünfjährige Amtszeiten.
Das Vorgehen verletze grundlegende Rechte und religiöse Freiheiten, die durch den Friedensvertrag von Lausanne und internationale Abkommen garantiert seien, erklärte das türkische Außenministerium am Samstag. Mit der Ernennung „sogenannter Muftis“ setze Griechenland die Missachtung dieser Garantien fort, hieß es in der Erklärung weiter. Ankara forderte die griechischen Behörden auf, die von der Minderheit in Westthrakien gewählten religiösen Vertreter anzuerkennen.
„Das Amt des Muftis ist ein untrennbarer Bestandteil der religiösen, gesellschaftlichen und kulturellen Identität der türkischen Minderheit in Westthrakien“, betonte das Ministerium. Indem Griechenland die Anerkennung der von der Minderheit gewählten Muftis verweigere und stattdessen staatliche Figuren einsetze, ignoriere es deren Willen und Religionsfreiheit. Damit offenbare Athen erneut seine „verzerrte Sicht auf grundlegende Menschenrechte“, so das Ministerium.
„Wir rufen die griechischen Behörden auf, die von der Minderheit gewählten legitimen Muftis anzuerkennen und ihre Versuche zu beenden, ihr ernannte Muftis aufzuzwingen“, heißt es weiter.
Der Streit um die Besetzung der Mufti-Ämter in Westthrakien belastet seit Jahrzehnten die Beziehungen zwischen Ankara und Athen. Der Friedensvertrag von Lausanne von 1923 garantiert den Schutz der muslimischen Minderheit in Griechenland. Während Türkiye die Anerkennung der von Angehörigen der Minderheit gewählten Muftis fordert, verweist Griechenland auf deren zusätzliche administrative Aufgaben und hält an der staatlichen Ernennung fest. Athen erkennt die Minderheit als religiöse, jedoch nicht als ethnische Gemeinschaft an.























