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Palästinenser: Mindestens 45 Tote bei israelischen Angriffen
Vertreibung, Aushungerung, Bombardierung: Die israelische Armee setzt ihren Großangriff im Gazastreifen fort. Dabei tötet sie nach palästinensischen Angaben erneut Dutzende Menschen.
Palästinenser: Mindestens 45 Tote bei israelischen Angriffen
Deir al-Balah, Gaza, 21.05.2025 / Foto: Ali Jadallah/AA / AA

Nach Angriffen Israels im Gazastreifen ist die Zahl der Toten in dem umkämpften Küstengebiet palästinensischen Angaben zufolge weiter gestiegen. Seit der Nacht seien mindestens 45 Menschen getötet worden, teilte die Zivilschutzbehörde im Gazastreifen mit. Auch seien Dutzende Menschen bei israelischen Angriffen verletzt worden. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. 

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete zuvor israelische Angriffe in Dschabalija und Deir al-Balah sowie in der Nähe von Chan Junis im Süden des Gebiets. In diesen Gegenden habe es mehr als 20 Tote gegeben, berichtete Wafa am Morgen unter Berufung auf medizinische Kreise im Gazastreifen. 

Die israelische Armee teilte indes mit, ihre Angriffe gegen Widerstandsorganisationen im Gazastreifen fortzusetzen. Dabei seien im Laufe des vergangenen Tages mehr als 115 Orte angegriffen worden. Dabei seien unter anderem Abschussrampen und Tunnel zerstört worden. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

In den vergangenen Tagen waren aus dem Küstengebiet täglich Dutzende Tote gemeldet worden. Nach örtlichen Angaben handelt es sich dabei größtenteils um Frauen und Minderjährige. Israels Militär hatte vor wenigen Tagen einen neuen Großangriff im Gazastreifen gestartet.

Israels Armee kündigte am Montag einen „beispiellosen Angriff“ auf die Stadt Chan Junis im Süden des Küstengebiets an. Anwohner wurden aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Chan Yunis ist die zweitgrößte Stadt im Gazastreifen. Ein Armeesprecher behauptete, das Militär wolle die Zivilbevölkerung zu ihrer Sicherheit aus Gefahrenzonen herausholen. Menschenrechtsorganisationen sehen darin hingegen eine systematische Zwangsvertreibung.

Israels Vernichtungskrieg gegen Gaza 

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Erklärtes Ziel ist die Zerschlagung der Hamas, doch es wurden bisher Zehntausende Zivilisten getötet. 

Nach palästinensischen Angaben wurden in Gaza seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 53.500 Menschen durch israelische Angriffe getötet und rund 121.600 weitere verletzt. Beim Großteil der Todesopfer handelt es sich demnach um Frauen und Kinder. 

Die Zahl könnte weit höher sein, da noch viele Tote unter den Trümmern liegen und nicht geborgen werden können. Zudem sollen rund 10.000 Palästinenser von israelischen Soldaten verschleppt worden sein. 

Am Montag waren erstmals nach mehr als elf Wochen israelischer Blockade humanitäre Hilfsgüter in den Küstenstreifen gelangt. Nach internationalem Druck ließ Israel nach eigenen Angaben vom Sonntag fünf Lkw die Grenze nach Gaza passieren. 

Am Dienstag fuhren demnach weitere 93 Lastwagen mit Hilfslieferungen in den Gazastreifen. Der UN-Sprecher Stéphane Dujarric gab am gleichen Tag an, dass bislang keine Hilfslieferung die notleidenden Menschen vor Ort auch tatsächlich erreicht hätten.

Menschenrechtsorganisationen beschreiben die humanitäre Lage in Gaza als katastrophal. Hilfsorganisationen zufolge drohen Hunderttausende Palästinenser zu verhungern oder zu verdursten.

Der Einsatz von Hunger als Kriegswaffe verstößt gegen das Völkerrecht und gilt als Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen