Die Nato hat nach dem Abschuss einer in Richtung Türkiye fliegenden iranischen Rakete ihre Abwehrbereitschaft erhöht. Die Allianz habe ihre Raketenabwehr im gesamten Bündnisgebiet verstärkt, erklärte der Sprecher des obersten Nato-Kommandos in Europa, Martin O'Donnell, am Donnerstag in Online-Netzwerken. Sie solle auf diesem „erhöhten Niveau“ bleiben, bis die Bedrohung durch die „wahllosen Angriffe des Iran in der gesamten Region“ nachlasse. Einzelheiten zu den vorgenommenen Änderungen könne er aus operativen Gründen nicht nennen.
Am Mittwoch war eine ballistische Rakete aus dem Iran abgefeuert worden. Nato-Soldaten hätten „in weniger als zehn Minuten“ die Bedrohung identifiziert, die Flugbahn der Rakete „bestätigt“ und einen Abfangjäger entsandt, um sie zu zerstören, sagte O'Donnell.
Der Iran erklärte, Türkiye nicht angegriffen zu haben. Es sei keine Rakete in Richtung Türkiye abgeschossen worden, teilte die Armee am Donnerstag mit. Die iranischen Streitkräfte respektierten die Souveränität des Nachbar- und befreundeten Landes Türkiye, hieß es weiter.
Die Nato hatte dem Iran vorgeworfen, Türkiye „ins Visier zu nehmen“. Am Donnerstag bekräftigte die Militärallianz ihre Einschätzung, dass die in Richtung Türkiye fliegende iranische Rakete bewusst auf das Nato-Mitglied abgefeuert wurde. Aus türkischen Regierungskreisen verlautete hingegen, die Rakete habe nicht Türkiye zum Ziel gehabt, sondern eine Militärbasis auf Zypern. Die Rakete sei wohl „vom Kurs abgekommen“.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Dabei wurden neben mehreren ranghohen Vertretern des Iran – darunter das geistige Oberhaupt des Iran und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei – Hunderte Zivilisten ermordet. Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus.



















