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Israel lässt zwei Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte „Global Sumud Flotilla“ frei
Israels Militär hatte erneut Hunderte Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte verschleppt – zwei davon nach Israel. Ihre Anwälte berichteten von Folter und Misshandlung. Nach internationaler Kritik werden sie nun freigelassen.
Israel lässt zwei Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte „Global Sumud Flotilla“ frei
Israel lässt zwei Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte „Global Sumud Flotilla“ frei / Foto: Reuters / Reuters

Israel hat zwei zuvor verschleppte pro-palästinensische Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte eigenen Angaben zufolge ausgewiesen. „Saif Abu Keshek und Thiago Ávila von der Provokationsflottille wurden heute aus Israel ausgewiesen“, schrieb das israelische Außenministerium im Onlinedienst X am Sonntag. Die Behörden hätten die Ermittlungen abgeschlossen und duldeten „keinen Verstoß“ gegen die Blockade des Gazastreifens, erklärte das Ministerium.

Der Spanier Abu Keshek und der Brasilianer Ávila waren seit rund einer Woche in Israel in Gewahrsam. Die beiden Männer waren Teilnehmer der „Global Sumud Flotilla“ – der bereits zweiten Initiative binnen eines Jahres mit dem Ziel, Israels Belagerung des Gazastreifens zu durchbrechen und Hilfsgüter in das Palästinensergebiet zu bringen. Seit dem israelischen Vernichtungskrieg in Gaza mangelt es dort an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Treibstoff. Die Schiffe der neuen Hilfsflotte waren in Spanien, Frankreich und Italien in See gestochen.

Die israelische Marine hatte vergangene Woche 21 Schiffe der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern westlich von Kreta überfallen und nach eigenen Angaben 175 Menschen verschleppt.  Die Organisatoren der Aktion meldeten ihrerseits 211 Aktivisten, die von Israel „gekidnappt“ worden seien.

Bis auf Abu Keshek und Ávila wurden alle Aktivisten auf Kreta freigelassen; der Spanier und der Brasilianer wurden nach Israel verschleppt und dort den Strafverfolgungsbehörden übergeben.

Abu Keshek und Ávila wurden in einem Gefängnis in Aschkelon festgehalten und traten in den Hungerstreik. Ihre Anwälte berichteten von Folter und Misshandlung. Die UNO hatte Israel aufgefordert, die beiden Männer „unverzüglich und bedingungslos“ freizulassen.

Israels Überfälle auf die Gaza-Hilfsflotte 

Die Gaza-Hilfsflotte war am 26. April mit Dutzenden Schiffen von Sizilien aus Richtung Gazastreifen in See gestochen. An Bord waren Aktivisten aus zahlreichen Ländern. Die Organisation spricht von der größten Flotilla, die jemals versucht habe, den illegalen Belagerungsring um Gaza zu durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter in den Küstenstreifen zu bringen.

Die „Global Sumud Flotilla“ war bereits bei ihrer Aktion im Herbst 2025 in internationalen Gewässern mehrfach angegriffen worden. Es kam unter anderem zu Drohnenangriffen, zu denen sich Israel aber nicht bekannte. Die mehr als 400 Aktivisten wurden später von israelischen Soldaten verschleppt und erst nach Tagen freigelassen. Sie berichteten ebenfalls von Misshandlungen während ihrer Gefangenschaft.

Seit dem Wahlsieg der Hamas in Gaza im Jahr 2007 riegelt Israel den Gazastreifen entgegen dem Völkerrecht vom Meer aus strikt ab. Die Absperrung der Zugänge nach und aus Gaza wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen