Türkiye und Nordzypern haben nach Informationen vom Freitag eine Absichtserklärung zum Bau einer Unterwasser-Erdgaspipeline unterzeichnet. Türkische Regierungsvertreter hoffen, dass dieses Projekt die Energiesicherheit des Gebiets stärken wird. Die geplante Pipeline soll sich über eine Länge von 97 Kilometern unter dem Mittelmeer erstrecken und nach Angaben des türkischen öffentlich-rechtlichen Senders TRT im Jahr 2028 in Betrieb genommen werden.
Türkiye versorgt das Gebiet im Norden der Mittelmeerinsel bereits über eine Unterwasserpipeline mit Wasser.
Der türkische Vizepräsident Cevdet Yılmaz unterzeichnete das Abkommen während eines Besuchs in Nordzypern und bezeichnete das Projekt als „historische“ Initiative. Energieminister Alparslan Bayraktar, der Yılmaz begleitete, schrieb auf der Plattform X, Türkiye betrachte die Energiesicherheit Nordzyperns als „untrennbaren Teil“ seiner eigenen.
Das zyperngriechische Außenministerium in Nikosia hingegen verurteilte die Absichtserklärung in einer Erklärung aufs Schärfste. Sie sieht diesen Schritt als Zeichen eines steigenden Einflusses des türkischen Einflusses auf der Insel.
TRT berichtete, die Pipeline könne auch zum Transport von Erdgas in Türkiye genutzt werden, falls in Zukunft im östlichen Mittelmeer wirtschaftlich nutzbare Vorkommen entdeckt würden.
Insel nach Putschversuch seit 1974 geteilt
Zypern ist seit der türkischen „Friedensoperation“ 1974 geteilt. Türkiye intervenierte auf der Insel, nachdem die Militärjunta in Griechenland dort einen Putschversuch gestartet hatte. Dieser sollte die Insel mit dem griechischen Festland vereinen und bedrohte zugleich die türkische Minderheit.
Die Türkische Republik Nordzypern wurde 1983 ausgerufen, wird aber bisher nur von Türkiye anerkannt. Im Jahr 2004 stimmten rund 76 Prozent der Zyperngriechen in einem Referendum gegen den Wiedervereinigungsplan der Vereinten Nationen (Annan-Plan). Die Zyperngriechen beanspruchen die politische Hoheit über die Insel.























