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Friedensgutachten 2026 sieht schwindende Glaubwürdigkeit Deutschlands
Misst Deutschland bei der Bewertung von Völkerrechtsverstößen mit zweierlei Maß? Das aktuelle Friedensgutachten kommt zu einem ernüchternden Urteil. Der Bundesregierung wird zudem vorgeworfen, „den Verfall der internationalen Ordnung“ zu fördern.
Friedensgutachten 2026 sieht schwindende Glaubwürdigkeit Deutschlands
Außenminister Johann Wadephul (CDU) / Foto: -/REUTERS (Archiv)

Im „Friedensgutachten 2026“ sehen die Autoren eine schwindende Glaubwürdigkeit Deutschlands auf der internationalen Bühne. Als Grund dafür geben die Forscher die Haltung der Bundesregierung gegenüber den Völkerrechtverstößen der USA und Israels an, mit denen Deutschland eng verbündet ist. Das am Montag veröffentlichte Gutachten wird jährlich von den führenden deutschen Friedens- und Konfliktforschungsinstituten herausgegeben. 

Die Autoren des Gutachtens werfen der Bundesregierung vor, Kriegsverbrechen der USA und Israels in Nahost nicht deutlich genug zu verurteilen. Gemeint sind neben dem US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran auch die israelischen Aggressionen in Palästina, im Libanon und in Syrien. Auch die völkerrechtswidrige Entführung des venezolanischen Ex-Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA wird angeführt.

„Wenn man (...) selektiv Völkerrechtsbrüche toleriert, wie dies die Bundesregierung im Falle der US-Intervention gegen das venezolanische Maduro-Regime und bei der Intervention der USA und Israels gegen den Iran getan hat, verspielt man das diplomatische Kapital der Glaubwürdigkeit“, heißt es in dem Gutachten, Damit fördere Deutschland „den Verfall der internationalen Ordnung“.

Die Experten fordern im Gutachten einen Kurswechsel Deutschlands. „Eklatante Regelbrüche müssen als solche benannt und skandalisiert werden, egal ob sie von Verbündeten oder von Gegnern begangen werden. Nur dann kann die Geltung von Regeln behauptet werden“, betonen die Friedensforscher.

Die Forscher stellen in ihrem 160-seitigen Papier mit dem Titel „Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen“ zudem fest, dass Staaten zunehmend militärische Gewalt als politisches Instrument einsetzten. Wenn dieser Entwicklung nicht entschlossen entgegengetreten werde, drohe eine weitere Eskalation gewaltsamer Konflikte weltweit. 

Das Friedensgutachten entsteht jährlich unter Beteiligung des Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC), des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) sowie des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF) in Frankfurt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen