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NSU-Unterstützerin Susann E. zu zweijähriger Bewährungsstrafe verurteilt
Das Oberlandesgericht Dresden hat die NSU-Unterstützerin Susann E. zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die Bundesanwaltschaft hatte vier Jahre Gefängnis gefordert.
NSU-Unterstützerin Susann E. zu zweijähriger Bewährungsstrafe verurteilt
NSU-Unterstützerin Susann E. zu zweijähriger Bewährungsstrafe verurteilt / Foto: DPA

Das Oberlandesgericht Dresden hat die NSU-Unterstützerin Susann E. zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das Urteil erging am Freitag in der sächsischen Landeshauptstadt. E. wurde unter anderem wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in drei Fällen verurteilt. Zudem sprach das Gericht sie der Beihilfe zur besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig.

Laut Anklage der Bundesanwaltschaft hatte E. der als NSU-Mittäterin verurteilten Beate Zschäpe mehrfach ihre Identität geliehen, als diese im sächsischen Zwickau im Untergrund lebte. Sie soll Zschäpe unter anderem ihre Krankenkassenkarte für Arztbesuche überlassen und bei der Anmietung eines Wohnmobils geholfen haben, das der NSU bei seinem letzten Raubüberfall nutzte.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter der Forderung der Bundesanwaltschaft, die im Prozess eine Freiheitsstrafe von vier Jahren wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zur besonders schweren räuberischen Erpressung gefordert hatte. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, weil es keine Beweise dafür gebe, dass E. von den NSU-Taten gewusst habe.

Der NSU-Terror

Die rechtsextremistische Zelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verübte insgesamt zehn Morde, zwei Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Überfälle. Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Die NSU-Täter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos entzogen sich im November 2011 durch Suizid einer drohenden Festnahme nach einem Raubüberfall in Eisenach.

Die Enttarnung des NSU-Komplexes löste in Deutschland eine bis heute andauernde Debatte über Rassismus und das Versagen der Sicherheitsbehörden aus. Denn der Rechtsterror wurde lange Zeit als mögliches Tatmotiv außer Acht gelassen. In diesem Zusammenhang gerieten die Behörden selbst ins Visier der Ermittler.

Zschäpe versandte anschließend eine Reihe von Bekennerschreiben, mit denen sich der NSU selbst enttarnte. Sie wurde 2018 im Münchner NSU-Prozess zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, außerdem stellte das Oberlandesgericht die besondere Schwere der Schuld fest.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen