WELT
3 Min. Lesezeit
Brand in Schweizer Skiort: Was wir wissen – und was nicht
Während einer Silvesterparty im Nobel-Skiort Crans-Montana bricht in einer Bar ein Feuer aus. Rund 40 Menschen sterben. Viele Fragen sind noch offen. Ein Überblick.
Brand in Schweizer Skiort: Was wir wissen – und was nicht
Eine Frau hält eine Kerze vor der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana / Reuters
2. Januar 2026

Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana endet in einer Tragödie. In einer Bar mit Hunderten Feiernden bricht ein Feuer aus, etwa 40 Menschen sterben. Was bisher bekannt ist - und was nicht.

Was wir wissen

  • Das Unglück: In der Silvesternacht ist es im Schweizer Ferienort Crans-Montana (Kanton Wallis) zu einem schweren Brand in der Bar „Le Constellation“ gekommen. Diese hatte nach eigenen Angaben eine Kapazität von 300 Plätzen.

  • Die Opfer: Nach Behördenangaben sind bei dem Feuer ungefähr 40 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 115 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten schwer, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler. Rund 80 von ihnen sollen sich laut Berichten im kritischen Zustand befinden.

  • Die Uhrzeit: Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis brach das Feuer gegen 1.30 Uhr aus.

  • Die Hintergründe: Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.

  • Die Rettungsarbeiten: Wie das Kanton Wallis mitteilte, waren in der Nacht 13 Helikopter und 42 Rettungswagen zur Versorgung der Opfer im Einsatz. 150 medizinische Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten und ihren Transport in Krankenhäuser. Auch internationale Unterstützer - etwa aus Italien - waren an dem Einsatz beteiligt.

  • Die Reaktionen: Das Unglück hat bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung ausgelöst. Unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerten ihre Bestürzung. Am Neujahrsabend beteten in der Kirche von Crans-Montana 400 Gläubige in einer Messe mit dem Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, für die Opfer.

Was wir nicht wissen

  • Die Ursache: Was den Brand verursacht hat, ist unklar, die Ermittlungen laufen. „Es gibt mehrere Hypothesen“, sagte Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis. Eine Möglichkeit sei, „dass der gesamte Raum Feuer gefasst hat, und dass das zu einer Explosion geführt hat“. Nicht verifizierte Videoaufnahmen und Fotos in den sozialen Medien sollen zeigen, wie Menschen in der Silvesternacht in dem betroffenen Lokal Champagnerflaschen in ihren Händen halten, in denen Wunderkerzen stecken. Funken sprühen Richtung der dem Anschein nach mit Paneelen besetzten Decke und scheinen diese in Brand zu setzen.

  • Die Theorie eines Flashovers: Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem „Flashover“ in der Bar. Mit dem Ausdruck wird der sekundenschnelle Übergang eines kleinen Feuers zu einem Großbrand bezeichnet. Das passiert durch riesige Hitze, die brennbares Material so zersetzt, dass es bestimmte Gase bildet und dann auch ohne Flammenkontakt sekundenschnell in Brand gerät. Ohne Schutzkleidung sei das kaum zu überleben, sagte die Brandschutzsachverständige Sandra Barz im ARD-„Brennpunkt“.

  • Die Sicherheitsvorkehrungen in der Bar: Generalstaatsanwältin Pilloud äußert sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten. Auch die Frage, ob die Treppe, die nach Angaben von Besuchern zu eng war, um sich schnell vor den Flammen zu retten, regelkonform war, ließ sie offen. Eine Untersuchung werde zeigen, ob Sicherheitsmaßnahmen eingehalten worden seien. Es sollen unter anderem Handys ausgewertet werden, die am Unglücksort sichergestellt wurden.

  • Die Identität der Opfer: Über die Identität der Todesopfer und Verletzten ist bislang nichts bekannt. Auch ob Deutsche von dem Feuer betroffen waren, ist offen. Das Auswärtige Amt steht mit den Behörden in Verbindung. „Die Identifizierung der Körper, auch der Verletzten, kann leider noch etwas Zeit brauchen“, sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Die meisten Schwerletzten sind zwischen 16 und 26 Jahren alt.

  • Die Konsequenzen: Ob die Barbesitzer verhört werden, ist offen. Es sei niemand festgenommen worden, sagte Pilloud.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen