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Israelische Soldaten vertreiben 2.000 Palästinenser aus ihren Häusern in Hebron
Nach einer Widerstandsaktion gegen Besatzungssoldaten ordnet die israelische Armee Zwangsvertreibungen im Westjordanland an. Ob und wann die palästinensischen Bewohner zurückkehren dürfen, ist unklar. Die Autonomiebehörde fordert Druck auf Israel.
Israelische Soldaten vertreiben 2.000 Palästinenser aus ihren Häusern in Hebron
Israelische Soldaten vertreiben 2.000 Palästinenser aus ihren Häusern in Hebron / Foto: AA

Bei einer großen Vetreibungsaktion der israelischen Armee im besetzten Westjordanland sind in der Stadt Hebron rund 2.000 Palästinenser aus ihren Häusern geworfen worden. „Ausgewählte Einheiten der Armee sind jetzt dort im Einsatz“, sagte Verteidigungsminister Israel Katz am Samstag dem israelischen Sender Kan. Die 2000 betroffenen Palästinenser dürften nicht zurückkehren, „bevor wir nicht alle Probleme mit der Hamas in Hebron geregelt haben“.

Die israelische Armee hatte nach einer Widerstandsaktion bewaffneter Palästinenser gegen Besatzungssoldaten am Freitag eine großangelegte Vertreibungsaktion im besetzten Westjordanland gestartet. Sie drang nach eigenen Angaben in die Stadt Hebron ein, angeblich um „präzise, gezielte (...) Durchsuchungen“ vorzunehmen.

Zwei Widerstandskämpfer hatten am Freitagmorgen an einem Kontrollpunkt nahe Hebron das Feuer auf israelische Besatzungssoldaten eröffnet. Sie töteten nach Armeeangaben zwei 20 und 23 Jahre alte Besatzungssoldaten und verletzten drei weitere, bevor sie erschossen wurden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der sich bei der Parlamentswahl am Dienstag eine neue Amtszeit sichern will, kündigte als Reaktion auf die Widerstandsaktion eine „vollständige Abriegelung“ des Westjordanlands und eine großangelegte Militäroffensive in dem besetzten Palästinensergebiet an. Er drohte der Palästinensischen Autonomiebehörde außerdem mit einer „sehr großen Überraschung“, ohne dies zu präzisieren.

Die Palästinensische Autonomiebehörde forderte in der Folge von der internationalen Gemeinschaft Druck auf Israel, um Palästinenser zu schützen. Angesichts der „zunehmenden Drohungen, das Ausmaß von Zwangsvertreibung und Zerstörung auszuweiten“, sei „internationales Handeln dringend erforderlich“, „das über Verurteilungen hinausgeht“, erklärte das palästinensische Außenministerium am Samstag. Es forderte „konkrete und abschreckende Maßnahmen“.

Israelische Besatzung seit 1967

Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 730.000 Siedler in mehr als 370 illegalen Siedlungen und Außenposten. Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler. Sie dringen in palästinensische Dörfer ein, attackieren Bewohner, verüben Brandanschläge und zünden Felder und Olivenhaine an. Die israelische Armee schreitet meist nicht ein, sondern schützt die Angreifer oder beteiligt sich selbst an Angriffen.

Seit Beginn des israelischen Vernichtungskriegs im Gazastreifen im Oktober 2023 haben auch die Angriffe israelischer Soldaten und Siedler im Westjordanland und in Ostjerusalem zugenommen. Nach offiziellen Angaben palästinensischer Behhörden wurden in diesem Zeitraum mindestens 1220 Palästinenser getötet und mehr als 13.350 weitere verletzt. Demnach wurden 24.600 Palästinenser verschleppt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen