Wegen Spionagevorwürfen hat Österreich drei russische Diplomaten ausgewiesen. Das Außenministerium in Wien bestätigte am Montag der Nachrichtenagentur AFP entsprechende Medienberichte. Laut dem öffentlichen Sender ORF sollen mithilfe von technischen Installationen auf dem Dach des russischen Botschaftsgebäudes sowie aus einer russischen Diplomatensiedlung im Stadtteil Wien-Donaustadt heraus Daten abgegriffen worden sein.
Moskau wies die Vorwürfe zurück. Die russische Botschaft bezeichnete die Ausweisungen als „empörend“ sowie als „unbegründet, politisch motiviert und absolut inakzeptabel“. Sie kündigte „harte“ Gegenmaßnahmen an.
Laut dem ORF soll auch der satellitengestützte Internet-Datenverkehr von internationalen Organisationen in der österreichischen Hauptstadt von der Spionage betroffen sein. „Es ist inakzeptabel, dass diplomatische Immunität genutzt wird, um Spionage zu betreiben“, zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA aus einer Mitteilung von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. „Spionage ist ein Sicherheitsproblem für Österreich. Wir haben in dieser Regierung einen Kurswechsel vollzogen und gehen konsequent dagegen vor“, sagte sie demnach.
Nach Angaben des ORF war in der Angelegenheit bereits im April der russische Botschafter einbestellt worden. Zunächst sei die Aufhebung der Immunität der Botschaftsangehörigen gefordert worden, Russland sei dem aber nicht nachgekommen.
Österreich behauptet, in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel mutmaßlicher russischer Spionageangriffe geworden zu sein. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 wurden schon 14 russische Botschaftsmitglieder aus Österreich ausgewiesen.













