Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich vor seiner Abreise zum G20-Gipfel in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia für einen freien Handel ausgesprochen und an Russland und den Iran appelliert, Handelswege freizugeben. In den Meerengen Straße von Hormus und Bab-al-Mandab werde „die freie Seefahrt massiv eingeschränkt, was die Energiepreise weltweit in die Höhe treibt“, erklärte der Minister am Mittwoch.
Zudem gefährde „Russlands immer aggressiveres Vorgehen, auch gegen Handelsschiffe im Schwarzen Meer“, die globale Ernährungssicherheit.
„Auch wenn wir im G20-Kreis teils aus sehr unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt schauen, so ist für die überwältigende Mehrheit doch klar: Russland und der Iran müssen endlich aufhören, Handelswege in Geiselhaft zu nehmen und damit Wirtschaftskrisen und Hunger zu provozieren“, betonte Wadephul.
Er fahre zum G20-Außenministertreffen nach Atlanta, „um für das Prinzip Freiheit in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu werben“, sagte er laut der Erklärung. „Als exportorientierte Nation sind wir auf offene Handelsrouten, stabile Energiepreise, resiliente Lieferketten und einen verlässlichen Zugang zu globalen Märkten angewiesen.“
Vor dem G20-Außenministertreffen, das am Freitag und Samstag im US-Bundesstaat Georgia stattfindet, reist der Bundesaußenminister nach Panama. „Das Land setzt sich gemeinsam mit uns für eine starke multilaterale Ordnung ein und ist der wichtigste Markt für die deutsche Wirtschaft in Zentralamerika“, sagte Wadephul. „Der Panamakanal verbindet Weltmeere und ist damit eine Lebensader des globalen Handels. Mit den Einschränkungen der Navigationsfreiheit auf anderen Seewegen ist der Kanal heute wichtiger denn je.“
Öl- und Gaspreise stark betroffen
Mit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran Ende Februar hatten die iranischen Streitkräfte die Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten gesperrt. Handelsschiffe anderer Länder durften die Straße passieren.
Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von iranischer Seite kontrolliert. Normalerweise erfolgt dort rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Die Situation in der Meerenge nach Beginn des Iran-Kriegs ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.























