Kanada hat den ghanaischen Nationalspieler Thomas Partey nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft einreisen lassen. Wie der Weltfußballverband FIFA am Freitag bestätigte, wurde ihm vor dem Spiel gegen Panama in Toronto die Einreise verweigert.
Partey steht seit April wegen Missbrauchsvorwürfen in London vor Gericht, die nächste Anhörung ist für Oktober angesetzt. Dem Spieler des spanischen Clubs FC Villareal wird vorgeworfen, im Dezember 2020 eine Frau in London zweimal vergewaltigt zu haben. Vor dem Southwark Crown Court in der britischen Hauptstadt plädierte Partey auf nicht schuldig. Ein Urteil soll nicht vor Mitte 2027 fallen.
Zuvor war der Fußballer im Juli 2025 wegen fünf weiteren Fällen von Vergewaltigung und einem Fall von sexueller Nötigung angeklagt worden, die sich auf die Jahre 2021 und 2022 beziehen. Damals stand er beim FC Arsenal unter Vertrag. Die Vorwürfe stammen von mehreren Frauen. Der Mittelfeldspieler wies auch damals sämtliche Vorwürfe zurück.
„Die FIFA kann bestätigen, dass der Spieler Thomas Partey nicht vom ghanaischen Team-Basislager in Boston, USA, nach Kanada reisen kann, um am Mittwoch, den 17. Juni, am ersten Spiel gegen Panama teilzunehmen, da sein Visumantrag von der kanadischen Regierung abgelehnt wurde“, teilte die FIFA mit. Die FIFA betonte, sie sei nicht in die Einreiseverfahren der Gastgeberländer involviert.
Die kanadische Einwanderungsbehörde erklärte, sie äußere sich nicht zu Einzelfällen. Einer Person, die als „Sicherheitsrisiko“ eingestuft werde, könne aber die Einreise verweigert werden.
Die USA ließen Partey trotz der Anklage einreisen. Er sei bisher „nicht wegen einer Straftat verurteilt worden“ und habe daher ein Visum erhalten. An Ghanas folgenden Gruppenspielen gegen England und Kroatien, die beide in den USA stattfinden, kann der 32-Jährige daher teilnehmen.
Weitere Visa-Streitfälle überschatten WM
Vor Beginn des Turniers hatte bereits der Fall des von den USA an der Grenze abgewiesenen Schiedsrichters Omar Artan aus Somalia für Aufsehen gesorgt. Auch Delegationsmitglieder aus dem Iran sowie Fans aus dem Senegal und der Elfenbeinküste durften nicht einreisen.
Wie der Präsident des Palästinensischen Fußballverbands, Dschibril Radschub, am Freitag bekannt gab, wurden auch ihm Visa für die USA und Kanada verweigert. Er habe aber nach Mexiko einreisen können, um an der Eröffnungsfeier der WM in Mexiko-Stadt teilzunehmen, sagte Radschub. Nach dem Spiel Tunesien gegen Schweden in Monterrey am Samstag werde er in die Palästinensergebiete zurückkehren.




























