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Trump nennt NATO-Partner „Feiglinge“
Trump sieht sich kurz vor Erreichen seiner Ziele im Iran-Krieg. Einen Waffenstillstand lehnt er ab. Für seine Verbündeten in der NATO hat er nur verächtliche Worte übrig. Derweil droht der Iran.
Trump nennt NATO-Partner „Feiglinge“
Trump nennt NATO-Partner „Feiglinge“. / Foto: AP / AP
vor 9 Stunden

Die USA erwägen nach Worten von Präsident Donald Trump ein Zurückfahren ihrer völkerrechtswidrigen Angriffe auf den Iran, senden aber zugleich US-Medienberichten zufolge Tausende weitere Soldaten in die Region. Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele im Krieg zu erreichen, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Die Nato-Verbündeten bezeichnete er als „Feiglinge“, weil sie den USA nicht bei der Sicherung der Straße von Hormus geholfen hätten.

Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger, schrieb der Republikaner. Jetzt, da der Kampf militärisch „GEWONNEN“ sei, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen. „Das wäre für sie so einfach und mit nur geringem Risiko verbunden. FEIGLINGE, das werden wir uns MERKEN!“, schrieb Trump weiter.

Trump: Andere müssen Straße von Hormus sichern

Andere Länder müssten die für den Ölmarkt bedeutende Meerenge schützen, schrieb der US-Präsident. Wenn darum gebeten, würden die USA ihnen dabei helfen. „Aber das sollte nicht mehr nötig sein, sobald die Bedrohung durch den Iran beseitigt ist.“ Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen.

Um die steigenden Ölpreise unter Kontrolle zu bekommen, lockern die USA vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl, das sich auf Schiffen befindet. Das US-Finanzministerium teilte mit, Verkauf und Lieferung seien bis zum 19. April erlaubt. Jüngst hatten die USA bereits mitgeteilt, dass russisches Öl, das schon auf Schiffen ist, vorübergehend wieder straflos verkauft werden dürfe.

Nach Informationen des US-Nachrichtenportals „Axios“ erwägt Trumps Regierung Pläne, die iranische Öl-Insel Charg zu besetzen oder zu blockieren, um den Iran dazu zu bewegen, die Straße von Hormus wieder freizugeben. Vor einer Woche hatte das US-Militär Dutzende militärische Ziele dort bombardiert.

Berichte: USA entsenden Tausende weitere Soldaten

Das Pentagon entsendet nach „Wall Street Journal“-Informationen derweil drei Kriegsschiffe und 2.200 bis 2.500 zusätzliche Marinesoldaten in den Nahen Osten. Der US-Sender CBS News zitierte zudem anonyme Quellen, wonach das Pentagon auch Vorbereitungen für den Einsatz von Bodentruppen im Iran traf.

Präsident Trump habe darüber nachgedacht, ob Bodentruppen in der Region stationiert werden sollten, hieß es. Es sei aber noch unklar, unter welchen Umständen der Präsident den Einsatz von Bodentruppen genehmigen würde.

Trump will keinen Waffenstillstand

Trump wurde am Freitag vor dem Weißen Haus von US-Medien mit den Worten zitiert: „Ich will keinen Waffenstillstand. Man schließt keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite buchstäblich auslöscht.“ Danach schrieb er auf Truth Social, die USA stünden kurz davor, die eigenen Kriegsziele zu erreichen.

Dazu zählte er die Zerstörung der Raketenkapazitäten und Verteidigungsindustrie des Irans sowie die Ausschaltung seiner Marine und Luftwaffe samt der Flugabwehrsysteme. Zudem gehe es darum, niemals zuzulassen, dass der Iran auch nur annähernd in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Ein weiteres Ziel sei der Schutz der Verbündeten im Nahen Osten.

US-Militär verstärkt Angriffe 

Der US-Präsident hat allerdings schon mehrfach erklärt, der Krieg sei fast vorbei. Danach intensivierten sich die US-Angriffe noch, wie die „New York Times“ festhielt. Tatsächlich verstärken auch anderen US-Medien zufolge US-Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber derzeit ihre Angriffe auf iranische Drohnen und Kriegsschiffe, um die wichtige Straße von Hormus freizubekommen.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte in einem Telefonat mit der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, sein Land habe die Meerenge nicht gesperrt. Der Iran sei bereit, Ländern wie Japan eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten, sofern sie sich mit Teheran abstimmen. Zugleich habe der Außenminister betont, dass der Iran „keinen Waffenstillstand, sondern ein vollständiges, umfassendes und dauerhaftes Ende des Kriegs“ anstrebe.

Berichte: Iran mit Gegenschlag auf US-britischen Militärstützpunkt

Teheran warnte unterdessen den britischen Premierminister Keir Starmer, sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA werde nicht ohne Folgen bleiben. Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse, „dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen den Iran genutzt werden“, schrieb Außenminister Araghtschi auf der Plattform X.

US-Medienberichten zufolge hat der Iran einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean attackiert. Der Gegenschlag auf den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia erfolgte am Freitagmorgen (Ortszeit) mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das „Wall Street Journal“ und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichteten.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.444 Menschen im Iran. Mehr als 18.550 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 109 Tote und Tausende Verletzte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen