Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien hat die offenbar siegreiche Studentenbewegung einer Hochrechnung zufolge mehr als jede zweite Stimme erhalten. Nach Angaben des renommierten Zentrums für Freie Wahlen und Demokratie (Cesid) vom Montag kam die aus Studentenprotesten hervorgegangene Studentska Lista auf 52,9 Prozent der Stimmen. Die Serbische Fortschrittspartei (SNS) von Langzeit-Präsident Aleksandar Vucic kam bei dem Urnengang am Sonntag demnach auf 38,8 Prozent.
Die Cesid-Zahlen beruhten auf einer Stichprobe auf Grundlage von 96 Prozent der abgegebenen Stimmen. Demnach käme die Studentska Lista im 250 Sitze zählenden serbischen Parlament auf eine absolute Mehrheit von 140 Sitzen, die SNS käme auf 103 Sitze. Die Wahlbeteiligung lag Schätzungen zufolge bei 69,3 Prozent.
Die Studentska Lista hatte sich bereits am Sonntag unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse zur Siegerin über Vucics SNS erklärt. Vucic räumte weniger als zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale seine Niederlage ein.
Vucic war im September als Staatschef zurückgetreten. Mit der vorgezogenen Parlamentswahl wollte er sich den Weg zurück an die Regierungsspitze ebnen. Das Amt des Ministerpräsidenten hatte er bereits vor seiner Präsidentschaft innegehabt.























