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Bericht: Springer-Chef verlangt Bekenntnis zu Pro-Israel-Linie
Droht objektiven „Politico“-Journalisten der Rausschmiss? Springer-Chef Döpfner verweist in einem Streit auf die zionistischen Unternehmensgrundsätze – und betont das „Existenzrecht Israels“ als zentralen Bestandteil.
Bericht: Springer-Chef verlangt Bekenntnis zu Pro-Israel-Linie
ARCHIV - 18.04.2024, Berlin: Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE / DPA

Der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer, Mathias Döpfner, hat Berichten zufolge Mitarbeitern des Medienkonzerns mit Entlassung gedroht, sollten sie nicht das „Existenzrecht Israels“ unterstützen. Die Drohung soll Döpfner in einer internen Mitarbeiterversammlung des US-Nachrichtenportals „Politico“ ausgesprochen haben. „Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er die Grundsätze nicht teilt oder mit einem der Grundsätze nicht einverstanden ist“, sagte Döpfner laut einer Audioaufnahme, die der Publikation „Jewish Insider“ vorliegt. 

Auslöser des Treffens war dem Bericht zufolge ein Schreiben von „Politico“-Mitarbeitern an den künftigen Chefredakteur Jonathan Greenberger. Darin wurde Döpfner vorgeworfen, das Medium für die Verbreitung eigener politischer Positionen zu nutzen. Konkret bezog sich die Kritik auf mehrere Gastbeiträge, in denen Döpfner von Europa eine stärkere Unterstützung für die USA und Israel im Angriffskrieg gegen den Iran gefordert hatte. 

Zudem beanstandeten Mitarbeitende laut „Jewish Insider“ Aussagen Döpfners über europäische Hilfen für Palästinenser, die nach seiner Darstellung indirekt „Terroristen“ zugutekommen könnten. Redaktionsmitglieder äußerten demnach die Sorge, solche Beiträge könnten den Ruf von „Politico“ als objektive Nachrichtenplattform beschädigen. 

Döpfner wies die Vorwürfe laut dem „Jewish Insider“-Bericht zurück. Seine persönlichen Ansichten hätten keinen Einfluss auf die redaktionelle Arbeit des Nachrichtenportals, soll er in dem internen Treffen gesagt haben. „Ich werde in Zukunft mehr schreiben, nicht weniger“, sagte er demnach. Besonders irritiert habe ihn der Einwand der Journalisten, seine Beschreibung Irans als Aggressor sei unangemessen gewesen. Diese Formulierung sei eher noch zu milde gewählt, so Döpfner. Das iranische Regime könne vielmehr als „Terroristen“ oder „Massenmörder“ bezeichnet werden, behauptete er. Es sei offenkundig, dass der Iran seit Jahren nach Atomwaffen strebe und „aggressiv“ handle. 

Axel Springer hatte „Politico“ im Jahr 2021 für mehr als eine Milliarde Dollar übernommen. Seitdem kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen Teilen der US-Redaktion und dem deutschen Mutterkonzern.

Döpfner hatte sich in der Vergangenheit mehrfach als „nichtjüdischer Zionist“ bezeichnet und 2025 die Ehrenmedaille des israelischen Präsidenten erhalten. 

QUELLE:TRT Deutsch