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FIFA-Chef Infantino: WM muss Symbol für Solidarität werden
FIFA-Boss Infantino will die diesjährige XXL-WM zur größten Friedensparty machen – trotz Boykott-Rufen und politischer Spannungen. Was er von den europäischen Verbänden erwartet.
FIFA-Chef Infantino: WM muss Symbol für Solidarität werden
Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP (Archiv)
vor 13 Stunden

Gianni Infantino glaubt ungeachtet der jüngsten Boykott-Debatten an einen großen Erfolg der Fußball-WM in Amerika. „Die WM muss und wird ein Symbol für Einheit und Solidarität sein“, sagte der FIFA-Präsident in seiner Ansprache beim UEFA-Kongress in Brüssel. Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada werde in einer „friedlichen und fröhlichen Atmosphäre stattfinden“, versicherte der Schweizer Weltverbandschef vor den europäischen Fußball-Delegierten in Brüssel. 

In seiner Rede erwähnte Infantino den Namen von US-Präsident Donald Trump nicht. Man lebe in einer „geteilten Welt, einer aggressiven Welt“ in der es „viele Dinge gibt, mit denen wir nicht einverstanden sind“, sagte Infantino. Er erwarte aber „eine Party, ein Fest, das die Welt in Frieden und Freude vereint“, sagte Infantino mit Blick auf das XXL-Turnier mit 48 Mannschaften vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada. 

Absage an Boykott-Debatte

Zuletzt waren in Deutschland, aber auch auf der politischen Bühne der Europäischen Union Forderungen nach einem Boykott der WM angesichts der umstrittenen Trump-Politik laut geworden. Hintergrund sind die Grönland-Rhetorik des US-Präsidenten sowie die verschärfte Einreise- und Abschiebepolitik seiner Regierung. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte die Boykottaufrufe als unpassend zurückgewiesen. Die europäischen Fußball-Verbände müssten mit gutem Beispiel vorangehen, damit der Fußball seine vereinende Kraft entfalten könne, forderte Infantino. „Ich zähle auf jeden einzelnen von Euch“, sagte er.

Keine neuen Aussagen machte Infantino zu einer möglichen Rückkehr russischer Mannschaften zu internationalen Wettbewerben. Zuletzt hatte der FIFA-Chef eine Wiederaufnahme trotz des andauernden Krieges in der Ukraine nicht kategorisch ausgeschlossen. 

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gilt als Befürworter, zumindest Jugend-Teams aus Russland eine Perspektive zu bieten. Man müsse immer „Lösungen finden, den Ball am Rollen zu halten“, sagte Ceferin in Brüssel, ohne explizit auf die russische Situation einzugehen.

Infantino unter Kritik wegen Nähe zu Trump

FIFA-Präsident Infantino wurde zuletzt beschuldigt, seine Pflicht zur politischen Neutralität mehrfach verletzt zu haben. Im Oktober hatte er den US-Präsidenten für den Friedensnobelpreis nominiert und ihm im Dezember den sogenannten FIFA-„Friedenspreis“ während der WM-Endauslosung überreicht, der erst kurz davor ins Leben gerufen worden war. Ende 2025 hat die Organisation FairSquare daraufhin eine formelle Beschwerde bei der Ethikkommission des Weltverbands eingereicht. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen