36 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung bestehen zwischen Ost- und Westdeutschland weiter erhebliche Einkommensunterschiede. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagausgaben) unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes berichteten, hatten im vergangenen Jahr Haushalte in den fünf neuen Bundesländern und Berlin im Durchschnitt 7247 Euro netto weniger zur Verfügung als im Westen (Ost: 42.259 Euro, West: 49.506 Euro).
Die Zahlen hatte der Zeitung zufolge die Partei BSW bei der Statistik-Behörde erfragt. In ihnen sind den Angaben zufolge alle Einkommensarten aller Bürgerinnen und Bürger inbegriffen, neben Lohneinkommen auch Pensionen oder Miet- und Kapitaleinkommen, die im Westen meist höher sind als im Osten. Abgezogen werden Steuern, Sozialbeiträge und regelmäßige Geldtransfers zwischen privaten Haushalten.
Die Kluft zwischen Ost und West bei den Einkommen wurde in den vergangenen Jahren den Daten zufolge größer. So hatten 2024 ostdeutsche Haushalte demnach 7080 Euro netto weniger zur Verfügung, 2023 lag die Lücke bei 6979 Euro.
„Dass die Einkommensunterschiede zwischen Ost und West wieder größer werden, ist ein Armutszeugnis für die Politik zum Einheitstag“, sagte BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht den Funke-Zeitungen. „Über 7000 Euro weniger Einkommen im Jahr für ostdeutsche Haushalte sind keine kleine Differenz, sondern eine bittere Bilanz nach 36 Jahren.“ Von einer Einheit der Lebensverhältnisse könne keine Rede sein.
Nach den Daten lag das durchschnittliche verfügbare Haushalts-Nettoeinkommen im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt mit 38.284 Euro am niedrigsten, am unteren Ende der Skala folgt Sachsen mit 39.500 Euro. Auf dem drittletzten Platz liegt mit Bremen (39.955 Euro) allerdings schon ein westdeutsches Bundesland, noch hinter Mecklenburg-Vorpommern (40.818 Euro), Thüringen (42.959 Euro), Brandenburg (45.569 Euro) und Berlin (45.646 Euro).
Am besten schneidet Bayern mit 53.067 Euro durchschnittlichem Haushalts-Netto ab, gefolgt von Baden-Württemberg mit 51.923 Euro, Hessen (49.538 Euro), Rheinland-Pfalz (48.813 Euro) und Nordrhein-Westfalen (48.455 Euro).























