Der türkische Kommunikationsdirektor Burhanettin Duran hat die muslimischen Gesellschaften dazu aufgerufen, die Kontrolle über ihre eigenen Narrative zurückzugewinnen. Diese würden immer mehr von außen bestimmt, sagte Duran am Montag beim „Muslim Impact Forum 2026“ (MIF) in Istanbul. Konkret sprach er vom globalen Einfluss von Technologie-Konzernen, Geheimdiensten und Lobbys. „Wenn wir unsere eigenen Narrative nicht erzählen können, werden weiterhin andere sie für uns erzählen (...) und wenn andere unsere Narrative erzählen, bestimmen sie unseren Platz in der Welt“, so Duran.
Der internationalen Gemeinschaft mangele es an einer klaren, zukunftsorientierten Vision, betonte Duran. Die Welt befinde sich nicht mehr nur im „Zeitalter der Kommunikation“, sondern im „Zeitalter der Narrative“, so Duran. Entscheidend sei zunehmend, wie die Realität interpretiert und in der öffentlichen Meinung verankert werde. Konflikte würden daher nicht mehr nur militärisch, sondern auch über Information, Desinformation und digitale Kampagnen ausgetragen, erklärte Duran.
Duran sprach zudem von einer tiefen Krise der internationalen Ordnung. „Kriege, Völkermorde, Pandemien und der Vertrauensverlust in internationale Institutionen und Normen zeigen deutlich, dass eine kritische Schwelle überschritten wurde“, sagte Duran.
In diesem Zusammenhang kritisierte Duran eine historisch verankerte Marginalisierung muslimischer Gesellschaften in der Weltordnung. Diese müssten sich von westlich geprägten Deutungsmustern lösen und selbst zu normsetzenden Akteuren werden. „Wir müssen unsere Werte wieder in das System einbringen“, so Duran. Ansätze, die von Islamophobie und eurozentristischen Perspektiven geprägt seien, müssten überwunden werden.
Duran rief zugleich zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Staat, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Medien und Kulturschaffenden auf. Auch Investitionen in digitale Bildung und der Kampf gegen Desinformation müssten gestärkt werden. Ziel sei es, den Dialog zu fördern und die Einheit innerhalb der muslimischen Welt zu stärken sowie einen positiven Beitrag zur internationalen Gemeinschaft zu leisten, sagte Duran.
Das MIF ist ein globales und kuratiertes Treffen für muslimische Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Wohltätigkeit und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, Strategien gegen globale Herausforderungen zu entwickeln, die Zusammenarbeit zu stärken und den Einfluss muslimischer Institutionen zu erhöhen. Das Forum findet dieses Jahr vom 26. bis 28. April 2026 in Istanbul statt.

















