Die Außenminister Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs kommen am Freitag laut türkischen Angaben mit Amtskollegen aus Türkiye, Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten zu Beratungen über die regionale Sicherheit zusammen. Wie am Donnerstag aus dem türkischen Außenministerium verlautete, soll es bei dem Treffen in Istanbul um die „Palästina-Frage, die Situation in der Straße von Hormus, die Entwicklungen im Jemen und die Suche nach einem Ende des Ukraine-Kriegs“ gehen. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Freitag zu dem Treffen nach Istanbul, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.
Vertreter der sieben Länder kommen den Angaben aus Ankara zufolge erstmals in dem sogenannten R4+E3-Format zusammen. Ziel sei es, Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit auszuloten.
Das E3-Format aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich war vor mehr als 20 Jahren im Rahmen der Atomverhandlungen mit dem Iran eingerichtet worden. Dagegen hatten sich die mehrheitlich islamischen R4-Staaten Türkiye, Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten erst in diesem Jahr als Reaktion auf den US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran zu einer engeren sicherheitspolitischen Abstimmung zusammengeschlossen.
Gastgeber der Zusammenkunft ist der türkische Außenminister Hakan Fidan. Dieser erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, Türkiye wolle auch die verheerende Situation im Gazastreifen und den Ausbau illegaler Siedlungen im Westjordanland sowie die Gewalt von israelischen Siedlern gegen Palästinenser thematisieren. Fidan wolle sich in dem Zusammenhang für eine entschlossene Haltung der internationalen Gemeinschaft und für stärkeren Druck auf Israel einsetzen.
Außerdem hieß es aus Diplomatenkreisen, Fidan werde Saudi-Arabien Unterstützung gegen die Angriffe der Huthi-Miliz zusichern und die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus sowie der Meerenge Bab al-Mandab betonen.
Ein weiteres Thema seien zunehmende Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer im Zuge des Ukraine-Kriegs. Die vor diesem Hintergrund ausfallenden Getreideexporte über das Schwarze Meer stünden dabei auch auf der Agenda. Die Lieferungen sind wichtig für die Ernährung vieler Menschen im sogenannten Globalen Süden.
Türkiye sieht die regionale Sicherheit vor allem in der Eigenverantwortung der Länder der Region. Diese Haltung werde Außenminister Hakan Fidan bei dem Treffen unterstreichen, hieß es aus seinem Ministerium. Ankara räume dabei Mechanismen der Zusammenarbeit Vorrang ein, „die auf regionaler Eigenverantwortung beruhen“. Es dürfe nicht zugelassen werden, „dass sich die aktuellen Konflikte gegenseitig nähren“.























