Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat die Unterstützung seines Landes für die Palästinenser bekräftigt. Präsident Recep Tayyip Erdoğan habe das Thema in seiner UN-Rede erneut in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt, sagte der türkische Spitzendiplomat am Samstag bei einer Pressekonferenz in New York. Die türkische Delegation habe zudem bei ihren Gesprächen Israels Angriffe in Gaza sowie die illegale Besatzung in Palästina thematisiert.
Die 81. UN-Generaldebatte findet vom 22. bis 28. September in den USA in New York statt.
„Wir haben das Leid in Gaza und im Westjordanland zur Sprache gebracht“, sagte Fidan. Erdoğan habe die internationale Gemeinschaft erneut aufgerufen, den Staat Palästina anzuerkennen.
Fidan: Internationale Isolation Israels nimmt zu
Bei Gesprächen Erdoğans mit US-Präsident Donald Trump und Vertretern der Golfstaaten seien der Gaza-Friedensplan und die Spannungen in der Golfregion erörtert worden, sagte Fidan. Israel halte sich bei der Umsetzung des Friedensplans nicht an die Regeln, kritisierte er. Erdoğan habe vor den Gefahren der israelischen Expansionspolitik gewarnt. Fidan sieht hierbei eine fortschreitende internationale Isolation Israels. Türkiye arbeite mit seinen Partnern daran, den Krieg in Gaza zu beenden und mehr humanitäre Hilfe für die Bevölkerung zu ermöglichen, betonte Fidan.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Viele Experten und Menschenrechtsorganisationen stufen diesen als Genozid ein.
Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der Waffenruhe 1.145 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 74.000 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 175.000 weitere.
Gespräche über Mekka-Verteidigungsbündnis
Am Rande der UN-Generalversammlung beriet Fidan mit seinen Amtskollegen aus Pakistan und Saudi-Arabien auch über das Mekka-Verteidigungsbündnis. Pakistan habe einen Kandidaten für das Amt des Generalsekretärs vorgeschlagen, sagte Findan. Die Besetzung soll demnach voraussichtlich innerhalb von zwei Wochen erfolgen.
Mit Blick auf die Sicherheitslage in der Region betonte Fidan, die türkischen Streitkräfte seien in der Lage, auf jede Art von Bedrohung zu reagieren. Türkiye setze sich zugleich für eine friedliche Lösung der Konflikte ein.
Türkiye, Saudi-Arabien und Pakistan hatten das gemeinsame Verteidigungsabkommen am 7. August im saudi-arabischen Mekka geschlossen. Dem Pakt zufolge gilt ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten als Angriff auf alle Bündnispartner. Die Unterzeichner bezeichnen das Bündnis als defensiv und nicht gegen ein bestimmtes Land gerichtet. Es knüpft an das 2025 geschlossene Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien und Pakistan an.
Türkiye und Irak beraten über Sindschar
Fidan äußerte sich auch zu einem Treffen zwischen Erdoğan und dem irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi in New York. Bagdad verfolge das Ziel, bewaffnete Gruppen im Land zu entwaffnen. Dazu gehörten auch die Terrororganisation PKK und mit ihr verbundene Gruppen in der Region Sindschar.
Türkiye unterstütze die Bemühungen des Irak, sagte Fidan. Wenn Bagdad seinen Plan umsetze, könne Türkiye seine Präsenz auf dem Stützpunkt Baschika schrittweise verringern und beenden. Nach einem Ende der Präsenz bewaffneter Gruppen in Sindschar werde Ankara weitere Schritte prüfen, so Fidan.
Türkiye und der Irak hatten im August 2024 eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit in Militär- und Sicherheitsfragen sowie bei der Terrorbekämpfung geschlossen. Sie sieht unter anderem ein gemeinsames Sicherheitszentrum in Bagdad und ein Ausbildungszentrum in Baschika vor. Die Entwaffnung bewaffneter Gruppen in Sindschar ist auch deshalb von Bedeutung, weil Türkiye die Präsenz der Terrororganisation PKK in der nordirakischen Region seit Jahren als Sicherheitsbedrohung betrachtet.





















