Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Länder Europas angesichts der weltweiten Krisen und Kriege zu Einigkeit und Geschlossenheit aufgerufen. „Europa muss sein Schicksal mehr denn je in die eigene Hand nehmen“, sagte die CDU-Politikerin beim Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus vor rund 400 Gästen.
Sie wünsche sich ein Europa, das nach innen und nach außen handlungsfähig sei und mit einer Stimme in der Welt wahr- und ernst genommen werde.
Europa soll sein Schicksal selbst in die Hand nehmen
„Das geht für mich weit über den Sicherheitsaspekt hinaus“, betonte Merkel. Ein geeint handelndes Europa bedeute Eintreten für Demokratie, Rechtsstaat, Menschenwürde, Wohlstand, Arbeitsplätze, aber auch den Schutz der Außengrenzen, der kulturellen Identität und der gemeinsamen Schöpfung.
Auch im digitalen Bereich müsse die EU mehr Unabhängigkeit erreichen, „sowohl bei der Software als auch bei der Hardware“.
Militärische und diplomatische Stärke essenziell für Europa
„Es geht hier um vitale Interessen Europas“, sagte die CDU-Politikerin. Nur mit beidem – militärischer und diplomatischer Stärke – „werden wir das erreichen, was wir wollen, dass Russland den Krieg nicht gewinnt und somit die Ukraine als souveräner Staat in Frieden und Freiheit eine Zukunft hat“.
Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der EU könnten allerdings nur dann erreicht werden, wenn die entsprechenden finanziellen Mittel vorhanden seien. „Deshalb sind auch eine intakte und wachsende Wirtschaft sowie die Stärkung des Binnenmarkts und des Handels mit außereuropäischen Staaten essenziell“, sagte Merkel etwa mit Blick auf das jüngste Abkommen mit Indien und den Mercosur-Staaten.

















