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Strengere Regeln bei Deutschtests für Zuwanderer
Beim Deutsch-Test für Zuwanderer soll es zuletzt vermehrt Betrugsversuche gegeben haben. Neue Vorgaben sollen diese verhindern.
Strengere Regeln bei Deutschtests für Zuwanderer
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Das Bundesinnenministerium hat die Prüfungsanforderungen des Deutsch-Tests für Zuwanderer (DTZ) durch eine Änderung der Integrationskurstestverordnung angepasst. Die entsprechende Verordnung ist am Dienstag im Bundesgesetzblatt erschienen.

Die Voraussetzungen zum Bestehen des Sprachniveaus B1 werden demnach dahingehend ergänzt, dass Prüflinge künftig in allen drei Fertigkeitsbereichen – Hören/Lesen, Schreiben und Sprechen – Kompetenzen nachweisen müssen, im schwächsten Fertigkeitsbereich mindestens auf dem Niveau A2. Die Änderung tritt zum 1. November 2026 in Kraft. Zuvor hatte die „Bild“ berichtet. 

Der DTZ ist eine Sprachprüfung zur Feststellung von Deutschkenntnissen von Zuwanderer. Er dient als abschließende Sprachprüfung in Integrationskursen. Um ein Zertifikat über das Bestehen des DTZ zu erhalten, müssen Teilnehmer den Angaben zufolge entweder das Gesamtergebnis A2 oder B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen erreichen.

Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen Einzelprüfung und einer mündlichen Paarprüfung. „Bei der Durchführung des DTZ kam es in letzter Zeit vermehrt zu Betrugsversuchen“, heißt es in einem früheren Referentenentwurf. „Dabei wurden Prüfungsaufgaben und -lösungen zumeist über das Internet illegal erworben.“ Diese Lösungen seien dann im Prüfungsteil „Hören und Lesen“ eingetragen worden, der Prüfungsteil „Schreiben“ sei dann häufig vollständig leer gelassen worden. Die Prüfung werde dann auf dem Gesamtniveau B1 allein durch den Prüfungsteil „Hören und Lesen“ sowie „Sprechen“ bestanden.

In Zukunft soll der Verordnung zufolge zum Erreichen des Gesamtniveaus B1 beim DTZ in den Prüfungsteilen „Hören und Lesen“ sowie „Schreiben“ ein Mindestniveau von A2 gelten. Der DTZ könne damit nicht mehr mit B1 bestanden werden, wenn ein Prüfungsteil unzureichend bearbeitet werde. 

Fast jeder Zweite verfehlt das B1-Ziel

Im vergangenen Jahr hatten nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 318.550 Zuwanderer den Deutsch-Test absolviert. Er ist in den meisten Fällen der Abschluss des Integrationskurses. 

Von ihnen erreichten 175.193 (55 Prozent) demnach das sogenannte B1-Sprachniveau, mit dem sich Ausländer auf Deutsch im Alltag verständigen können. 102.663 (32,2 Prozent) erreichten das niedrigere A2-Niveau, und 40.694 (12,8 Prozent) blieben unter dem A2-Niveau.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen