NAHOST
2 Min. Lesezeit
Libanons Ministerpräsident: Israel besetzt 68 Orte im Südlibanon
Seit Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran ist auch der Konflikt zwischen Israel und Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Dabei wird im Süden des Landes immer mehr Fläche von Israels Militär besetzt.
Libanons Ministerpräsident: Israel besetzt 68 Orte im Südlibanon
11.05.2026, ---, Grenze Israel-Libanon: Israelische Truppen sind nahe der israelisch-libanesischen Grenze zu sehen / DPA

Das israelische Militär besetzt derzeit nach Angaben des libanesischen Ministerpräsidenten, Nawaf Salam, Dutzende Orte im Südlibanon. Vor dem jüngsten Angriffskrieg hatte es demnach lediglich fünf von Israel besetzte Orte gegeben. „Jetzt kontrolliert Israel 68 Dörfer“, bestätigte Salam am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Dabei handle es sich um nahezu die Hälfte des Gebiets südlich des Litani-Flusses. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze.

Das israelische Militär führt sein völkerrechtswidriges Vorgehen auf die „Sicherheit Nordisraels“ zurück. Ziel der Einsätze sei es angeblich, eine „akute Bedrohung“ für die Bewohner Nordisraels zu beseitigen und eine erneute Verfestigung der Hisbollah zu verhindern.

Die Regierung in Beirut hat Israels Attacken auf den Süden des Libanon wiederholt als völkerrechtswidrig und als Verletzung der eigenen Souveränität verurteilt.

Seit Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran Ende Februar ist auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Nach libanesischen Angaben sind seit Anfang März mindestens 2.869 Menschen durch israelische Angriffe getötet und mindestens 3.750 weitere verletzt worden – darunter 584 Mediziner, Frauen und Minderjährige. Etwa 1,2 Millionen Menschen wurden im Libanon in die Flucht getrieben. Auf israelischer Seite kamen nach Regierungsangaben 17 Soldaten im Südlibanon sowie zwei Zivilisten im Norden Israels ums Leben.

Libanons Präsident fordert US-Druck auf Israel - 74 Tote in drei Tagen

Angesichts von Dutzenden Toten durch neue israelische Angriffe hat der Libanon die USA aufgefordert, Druck auf die israelische Regierung auszuüben. Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte am Montag seinem Büro zufolge bei einem Treffen mit dem US-Botschafter Michel Issa, die israelischen Angriffe sowie die Zerstörung von Häusern im Südlibanon müssten gestoppt werden. 

Eigentlich hatte US-Präsident Donald Trump am 16. April eine Feuerpause zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel verkündet. Allein in den vergangenen drei Tagen seien jedoch 74 Menschen durch israelische Angriffe getötet worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit.

Aoun und Issa berieten den Angaben zufolge zudem über die dritte Runde der direkten Gespräche zwischen Vertretern der libanesischen und israelischen Regierung. Diese sollen nach Angaben des US-Außenministeriums am 14. und 15. Mai in Washington stattfinden. Die libanesische Delegation wird von dem ehemaligen Botschafter in den USA, Simon Karam, geleitet. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen