Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 Rüstungsexporte an Israel im Wert von fast 800 Millionen Euro genehmigt. Dies geht aus einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die der „Spiegel“ am Mittwoch berichtete. Die zwischen Januar und Juni ausgestellten Exportgenehmigungen entsprachen demnach dem vierfachen Gesamtwert, der im Vorjahr für Israel genehmigt wurde (rund 201 Millionen Euro).
Der Anstieg erfolgte, nachdem die Bundesregierung im November 2025 Beschränkungen für Rüstungsexporte nach Israel aufgehoben hatte. Zuvor hatte die Bundesregierung im August 2025 den Export von Waffen, die in Gaza eingesetzt werden könnten, ausgesetzt. Hintergrund war Israels Beschluss, seine Angriffe auf die palästinensische Enklave auszuweiten und Gaza-Stadt zu besetzen.
Wie der „Spiegel“ berichtete, machten großangelegte Rüstungsprojekte den größten Teil der Genehmigungen aus. Von den im zweiten Quartal 2026 erteilten Exportgenehmigungen in Höhe von rund 736 Millionen Euro waren demnach rund 67 Prozent mit einem israelischen Marine-Projekt verbunden. Dabei gehe es unter anderem das von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) gebaute U-Boot „INS Drakon“, das am Dienstag die Werft in Kiel verließ. Es ist das letzte von sechs für Israel hergestellten U-Booten dieser Art. Der Export deutscher U-Boote an Israel steht in der Kritik, weil nach Meinung von Experten eine Nachrüstung mit Atomwaffen möglich ist.
Weitere 21 Prozent der Genehmigungen betrafen laut „Spiegel“-Bericht gemeinsame Projekte deutscher und israelischer Unternehmen „im Interesse der Bundeswehr“. Bei den verbleibenden Genehmigungen gehe es um Militärausrüstung wie Kleinwaffen, Munition, Sprengstoffe und unbemannte Luftfahrzeuge.
Die Sprecherin der Linksfraktion für internationale Beziehungen, Lea Reisner, warf der Bundesregierung „grenzenlose Doppelmoral“ vor. Während sich Bundeskanzler Friedrich Merz „gerade noch angeblich über die menschenverachtenden Aussagen von Ben-Gvir empört“ habe, treibe seine Bundesregierung die Kooperation mit der israelischen Regierung und Armee voran, sagte sie dem „Spiegel“.




























