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Trotz Drohungen aus USA: Iran wirbt für Diplomatie
Irans Außenminister misstraut Washington – und setzt nach eigenen Worten trotzdem auf Diplomatie. Pakistan übermittelt derweil eine neue Drohung der USA.
Trotz Drohungen aus USA: Iran wirbt für Diplomatie
19.10.2026, Iran, Teheran: Iranischer Außenminister Abbas Araghtschi. Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

Irans Außenminister wirbt trotz großen Misstrauens in Verhandlungen mit den USA weiter für eine diplomatische Lösung. „Wir haben keinerlei Vertrauen in die Aufrichtigkeit des von der US-Regierung bekundeten Wunsches nach Frieden mit dem Iran“, schrieb Abbas Araghtschi in einem Gastbeitrag für die „Financial Times“ (Mittwochsausgabe). Angesichts der Drohungen aus dem Weißen Haus gebe es wenig Grund, Fortschritte zu erwarten. „Trotz alledem bin ich als Berufsdiplomat verpflichtet, mein Äußerstes zu tun, um der Diplomatie eine Chance zu geben, selbst wenn die Hoffnung auf Erfolg gering ist.“

Araghtschi verwies auf einen Verhandlungsvorschlag, den der Iran den USA während der UN-Generalversammlung über Vermittler unterbreitet hatte. Seinen Worten nach sieht der Sieben-Tage-Plan ein Ende des US-israelischen Angriffskriegs und eine Lösung im Konflikt um die Straße von Hormus vor. „Die Realität ist, dass der Iran allein aufgrund seiner geografischen Lage immer über eine beispiellose Einflussmöglichkeit auf den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus verfügen wird“, schrieb er weiter.

Die Sorge vor einer Rückkehr zum offenen Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite war in den vergangenen Wochen wieder gewachsen. Pakistan und Russland wollen zwischen Teheran und Washington vermitteln. Bei einem Besuch in der iranischen Hauptstadt überbrachte Pakistans Armeechef Asim Munir der iranischen Führung am Dienstag eine „letzte Warnung“ der USA. Über die Verhandlungen der Konfliktparteien hinter den Kulissen ist bislang nur wenig bekannt.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran begonnen. Der Iran reagierte mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Der Iran schränkt zudem die Durchfahrt in der Straße von Hormus ein, die USA blockieren ihrerseits iranische Häfen.

Seit dem 8. April galt in dem Krieg offiziell eine Waffenruhe, die aber fragil blieb. Ein Mitte Juni vereinbartes Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA sollte eine dauerhafte Waffenruhe, eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus und eine langfristige Friedenslösung bringen. Es sah eine 60-Tage-Frist vor, um den Konflikt zu klären. Die Kämpfe gingen jedoch weiter. Diese Frist ist inzwischen abgelaufen, es wurden aber keine wesentlichen Fortschritte auf diplomatischer Ebene gemacht. Beim NATO-Gipfel Anfang Juli erklärte US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe schließlich für beendet.

Laut Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden im Krieg gegen den Iran bisher 21 US-Soldaten getötet und mehr als 750 weitere verletzt. Iranische Behörden meldeten zuletzt im Juni mehr als 3.600 Tote, darunter mehrheitlich Zivilisten. Zudem berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im April von rund 32.000 Verletzten im Iran. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen