Das israelische Militär hat einen Großteil der neuen Hilfsflotte für den Gazastreifen im östlichen Mittelmeer attackiert und zahlreiche Friedensaktivisten verschleppt. 41 Boote seien von Israel in internationalen Gewässern gestürmt worden, teilten die Organisatoren der „Global Sumud Flotilla“ am Dienstag mit. Lediglich zehn Schiffe seien noch auf dem Weg in das Palästinenser-Gebiet, um den illegalen Belagerungsring um Gaza zu durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter in den Küstenstreifen zu bringen. Die Schiffe der „Global Sumud Flotilla“ waren am Donnerstag vom türkischen Marmaris aus in See gestochen.
Das israelische Außenministerium hatte bereits am Montag auf der Online-Plattform X erklärt, man werde keinen Bruch der Seeblockade des Gazastreifens zulassen. Die Teilnehmer der „Provokation“ seien aufgefordert worden, sofort umzukehren.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan verurteilte das Vorgehen Israels und rief die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf. Auch das türkische Außenministerium verurteilte Israels Aggression am Montag als neuen „Akt der Piraterie“. Hilfsorganisationen und Länder wie Türkiye beklagen, dass die Lieferungen in den Gazastreifen trotz einer im Oktober vereinbarten Waffenruhe deutlich unzureichend sind.
Israels Überfall auf Gaza-Flotilla – nicht das erste Mal
Die neue Gaza-Hilfsflotte ist bereits das vierte Vorhaben dieser Art.
Die „Global Sumud Flotilla“ war davor am 26. April mit Dutzenden Schiffen von Sizilien aus Richtung Gazastreifen in See gestochen. An Bord waren Aktivisten aus zahlreichen Ländern. Nur wenige Tage später enterte Israel bei Kreta mehr als 20 Boote in internationalen Gewässern und verschleppte nach eigenen Angaben 175 Menschen. Türkiye und Griechenland nahmen daraufhin die meisten von ihnen auf und organisierten ihre Rückreise in die Herkunftsländer. Zwei Friedensaktivisten, Thiago Ávila und Saif Abukeshek, wurden nach Israel verschleppt, nach gut einer Woche aber freigelassen. Der Protest formierte sich daraufhin in Türkiye neu.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres waren mehrere Schiffe der pro-palästinensischen Initiative in internationalen Gewässern von Israels Militär gestürmt worden. Es kam unter anderem zu Drohnenangriffen, zu denen sich Israel aber nicht bekannte. Die mehr als 400 Aktivisten wurden später von israelischen Soldaten verschleppt und erst nach Tagen freigelassen. Sie berichteten ebenfalls von Misshandlungen während ihrer Gefangenschaft.
Zuvor waren die „Handala“ und die „Madleen“ der Freedom Flotilla Coalition gescheitert, da Israel auch diese in internationalen Gewässern geentert hatte.
Seit dem Wahlsieg der Hamas in Gaza im Jahr 2007 riegelt Israel den Gazastreifen entgegen dem Völkerrecht vom Meer aus strikt ab. Die Absperrung der Zugänge nach und aus Gaza wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt.























