Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober sind im Gazastreifen nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef mindestens 67 Kinder getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt worden. Das berichtete Unicef-Sprecher Ricardo Pires am Freitag in Genf unter Berufung auf Partnerorganisationen vor Ort.
„Es gibt keinen sicheren Platz für sie“, so der Sprecher mit Blick auf die Kinder. Die medizinische Situation vor Ort verbessere sich zwar, aber insgesamt 4.000 schwer verletzte Mädchen und Jungen warteten noch auf eine Evakuierung, damit sie in Kliniken außerhalb des abgeriegelten Küstenstreifens behandelt werden könnten.
Beginnender Winter bereitet Sorge
Die Menschen in Gaza hätten große Sorgen wegen des beginnenden Winters, erklärte Martin Penner vom Welternährungsprogramm (WFP). In den vergangenen Tagen hätten fallende Temperaturen und starker Regen die bevorstehenden Herausforderungen deutlich gemacht.
Hunderttausende Menschen im Gazastreifen benötigen zudem laut dem Welternährungsprogramm (WFP) dringend weiter Lebensmittelhilfe. Seit Oktober habe die UN-Organisation mehr als 40.000 Tonnen Nahrungsmittel in das Palästinensergebiet gebracht, teilte WFP-Sprecherin Abeer Etefa am Freitag in Genf mit.
Damit seien mehr als 530.000 Menschen erreicht worden, ein Drittel des Monatsziels des WFP. Die vom WFP unterstützten Bäckereien lieferten täglich 160.000 Brotlaibe für die rund zwei Millionen Menschen in Gaza und erfüllten damit die Tagesziele des UN-Programms.
Es gebe wieder warme Mahlzeiten. Wobei mehr als 35 öffentliche Küchen täglich 210.000 Mahlzeiten bereitstellten, was etwa der Hälfte des Ziels entspreche. Die digitale Bargeldhilfe erreiche etwa 125.000 Menschen, auch damit sei die Hälfte des angepeilten Ziels erfüllt worden.
Preise auf Märkten hoch
Die palästinensische Bevölkerung sei dank der eingetroffenen Hilfslieferungen inzwischen besser mit Lebensmitteln versorgt, hieß es vonseiten des WFP weiter.Aber die Preise seien für die meisten Menschen unerschwinglich. So koste ein Hähnchen 25 Dollar (22 Euro). „Die Dinge sind besser als vor der Waffenruhe, aber es ist noch ein langer Weg“, so WFP-Sprecher Penner weiter.
Im Zuge des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Friedensplans war am 10. Oktober eine Waffenruhe zwischen Israel und der Widerstandsorganisation Hamas in Kraft getreten. Hilfslieferungen in den Gazastreifen liefen daraufhin wieder an. Es kommt aber immer wieder zu Einschränkungen der Hilfslieferungen durch Israel.
Laut der Medienbehörde in Gaza tötete Israel seit Beginn der Waffenruhe mindestens 280 Palästinenser. Demnach wurden mehr als 650 weitere verletzt.























