Nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela haben die UNO und Hilfsorganisationen zu Solidarität aufgerufen, um eine größere humanitäre Krise in dem Land zu verhindern. „Das venezolanische Volk braucht jetzt Solidarität“, erklärten am Freitag die Vorsitzenden des Ständigen interinstitutionellen Ausschusses (IASC), der Hilfseinsätze von UN-Organisationen und Nicht-UN-Organisationen koordiniert. Die internationale Gemeinschaft dürfe „nicht zulassen, dass sich dieser Katastrophenfall zu einer größeren menschlichen Tragödie ausweitet“.
Die Erdbeben-Katastrophe komme zu dem ohnehin „schwierigen humanitären Kontext“ in Venezuela noch hinzu, hieß es in der Erklärung. Schon vorher hätten in dem südamerikanischen Land Millionen Menschen unter Ernährungsunsicherheit, einer zusammengebrochenen Gesundheitsversorgung, einem eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und allgemeinen Gefahren gelitten. Wichtig sei für die Betroffenen daher nun ein „rascher und ungehinderter humanitärer Zugang“.
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind Rettungsteams aus mindestens 17 Ländern bereits in Venezuela eingetroffen oder auf dem Weg in die Katastrophenregion. Die Entsendung von Rettungskräften habe „oberste Priorität“, erklärte das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (Ocha). Ocha-Sprecher Jens Laerke sprach von einem „wirklich schrecklichen Ereignis“, betonte jedoch zugleich die schnelle internationale Reaktion: „Das gesamte System für humanitäre Hilfe reagiert sehr schnell und in großem Umfang.“ Bereits vor Ort sind demnach Teams aus Chile, Kolumbien, El Salvador, Italien, Mexiko, der Schweiz und den USA. Weitere Rettungskräfte unter anderem aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Katar und Spanien werden in Kürze erwartet.
Venezuela steckt seit Jahren in einer tiefen politischen, wirtschaftlichen und humanitären Krise. Am Mittwochabend hatten zwei schwere Erdstöße der Stärke 7,2 und 7,5 den Norden des Landes erschüttert. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 589 Menschen ums Leben, tausende weitere wurden verletzt. Unter den Trümmern eingestürzter Häuser werden weiterhin zahlreiche Menschen vermisst.























