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Slowakei: Donau-Niedrigwasser legt Weltkriegsmine frei
Die Polizei sperrt einen Abschnitt der Donau für den gesamten Schiffsverkehr. Denn im Niedrigwasser ist eine explosive Entdeckung gemacht worden. Auch in Rumänien, Serbien und Bulgarien sorgen Hitze und Trockenheit für ungewöhnliche Funde.
Slowakei: Donau-Niedrigwasser legt Weltkriegsmine frei
Prahovo, Serbien, 30.07.2026 / Foto: -/REUTERS

Der niedrige Wasserstand der Donau hat in der Slowakei einen gefährlichen Gegenstand freigelegt, der sich als Anti-Schiffsmine aus dem Zweiten Weltkrieg entpuppte. Die Polizei sperrte am Montag den Flussabschnitt bei der Gemeinde Virt im Bezirk Komarno östlich von Bratislava an der Grenze zu Ungarn für die gesamte Schifffahrt. Auch Freizeitboote durften nicht in die Nähe des Fundortes fahren.

Zunächst sprach die Polizei offiziell von einem „unbekannten Gegenstand“, dessen Sicherung die vorübergehende Sperre notwendig mache. Nach ersten pyrotechnischen Untersuchungen am Fundort im ausgetrockneten Rand des Donau-Flussbetts konnte sie bekanntgeben: „Das gefundene Objekt ist als britische Anti-Schiffsmine aus dem Zweiten Weltkrieg identifiziert worden.“

Wie kommt eine Seemine in die Donau?

Im Zweiten Weltkrieg wurden strategisch wichtige Anlagen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava intensiv bombardiert. Zerstört wurden unter anderem die Ölraffinerie Apollo und der nahegelegene Hafenbereich an der Donau. Aus der Luft abgeworfene Anti-Schiffsminen hatten den Sinn, den Transport von militärisch wichtigen Gütern auf der Donau zu verhindern.

Niedrigwasser legt Mammutknochen und Kriegsschiffe frei 

Die extrem niedrigen Pegelstände der Donau haben in Bulgarien einen Kieferknochen und Teile der Stoßzähne eines Mammuts freigelegt. Die Knochenteile hätten „sehr wahrscheinlich“ einem Mammut der Eiszeit gehört, sagte der Direktor des Regionalen Geschichtsmuseums, Nikolay Nenow, am Donnerstag der AFP. Sie wurden in der Nähe der Stadt Ruse im Nordosten des Landes im Flussbett gefunden.

In Serbien legte der niedrige Wasserstand bei Prahovo deutsche Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg frei. Die Schiffe waren 1944 beim Rückzug der Nazi-Truppen vor der Roten Armee versenkt worden.

In Rumänien hat der niedrige Wasserstand dagegen Auswirkungen auf die Energieversorgung: Wegen des fehlenden Kühlwassers wurden zwei Atomreaktoren des Kernkraftwerks Cernavodă vom Netz genommen. Um die Wasserversorgung des Kraftwerks zu verbessern, sprengte die rumänische Armee am Montag einen Felsen im Bett eines Donauarms.

Die Donau führt derzeit nur ein Drittel der Wassermenge, die durchschnittlich in dieser Jahreszeit gemessen wurde. Es wird erwartet, dass der Wasserstand in den nächsten Tagen weiter sinkt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen