NAHOST
2 Min. Lesezeit
Doku „Inside Gaza" beleuchtet Arbeit von AFP-Journalisten zu Israels Gaza-Genozid
Journalisten berichten unter Lebensgefahr über den israelischen Völkermord in Gaza. In einer neuen Doku wird die Arbeit von AFP-Reportern begleitet. Der Film zeigt ihren Kampf um Wahrheit inmitten von Zerstörung, Misstrauen und Propaganda.
Doku „Inside Gaza" beleuchtet Arbeit von AFP-Journalisten zu Israels Gaza-Genozid
Doku „Inside Gaza" beleuchtet Arbeit von AFP-Journalisten zu Israels Gaza-Genozid / Foto: AA / AA
8. Oktober 2025

Berichterstattung unter israelischem Bombenhagel: Ein neuer Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von mehreren AFP-Journalisten, die zu Beginn des Gaza-Krieges in dem Palästinensergebiet festsaßen. Er beleuchtet den Arbeitsalltag der Reporter, die seit Oktober 2023 die israelische Invasion und die dadurch verursachten Zerstörungen im Gazastreifen dokumentierten. Die Doku „Inside Gaza“ der Filmemacherin Hélène Lam Trong wird am Donnerstag bei der Verleihung des Bayeux-Preises für Kriegsreporter gezeigt. Am 2. Dezember ist der Film auf Arte zu sehen.

Die AFP-Journalisten berichteten Tag für Tag über das Leid der Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Israel führt seit Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza, der von immer mehr Experten und Menschenrechtsorganisationen als Völkermord eingestuft wird. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums hat Israel bisher mehr als 67.170 Menschen in Gaza getötet, die meisten davon Frauen und Minderjährige. Demnach wurden mindestens 169.841 Menschen verletzt.

Sie wolle erklären, was den Beruf des Journalisten ausmache, sagte Regisseurin Trong über ihren Film, den die AFP-Tochtergesellschaft Factstory gemeinsam mit Arte und dem belgischen Sender RTBF produziert hat. „Inside Gaza“ zeigt fast ausschließlich AFP-Aufnahmen, die größtenteils von den Journalisten aufgenommen wurden, die darin zu Wort kommen.

Trong führte ausführliche Interviews mit den sieben festangestellten AFP-Journalisten, die schließlich zwischen Februar und April 2024 mit ihren Familien aus dem Gazastreifen ausreisen konnten. Sie leben nun in Doha, Kairo und London. Sie haben mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen. Derzeit arbeitet AFP mit einem Dutzend Freiberuflern im Gazastreifen zusammen.

Der AFP-Journalist Mohammed Abed berichtet in dem Film, dass mehrere westliche Medien ein von ihm aufgenommenes Foto anzweifelten. Sie forderten ihn auf, den Tod eines Kindes zu beweisen, nachdem pro-israelische Lobbygruppen behauptet hatten, dass sein Foto, auf dem ein totes Kind in einem Leichentuch zu sehen war, in Wirklichkeit eine Puppe zeigte.

„Wir haben selten erlebt, dass Informationen von erfahrenen Journalisten so in Frage gestellt wurden“, sagte Trong. Palästinensischen Journalisten werde seitens der Medien ein „Höchstmaß an Misstrauen“ entgegengebracht. Zudem geraten sie immer wieder unter Beschuss. Seit Beginn des Gaza-Krieges wurden nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten und Reporter ohne Grenzen etwa 200 Journalisten im Gazastreifen getötet.

Der Dokumentarfilm solle zum Nachdenken darüber anregen, „was Journalisten tun“, sagte der Factstory-Leiter Yann Ollivier. „Ich hoffe, dass diejenigen, die behaupten, es gäbe keine Journalisten in Gaza, nach dem Anschauen dieses Films einräumen müssen, dass es dort sehr wohl Journalisten gibt und dass sie sich an die ethischen Grundsätze der sachlichen Berichterstattung halten.“

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen