Frankreich hat nach Berichten zu Israels Misshandlungen von Gaza-Aktivisten die französische Justiz eingeschaltet. Er habe den Vorfall der Staatsanwaltschaft gemeldet, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot. Ein Bericht des französischen Generalkonsuls in der Türkiye habe zuvor von sexueller Gewalt, Schlägen und Erniedrigung französischer Aktivisten gesprochen. Nun müsse die Justiz entscheiden, ob sie Ermittlungen einleite, sagte Barrot. Israel bestreitet die Vorwürfe von körperlicher und sexualisierter Gewalt.
Die „Global Sumud Flotilla“ war von Türkiye aus in Richtung Gazastreifen aufgebrochen und am Montag vergangener Woche von israelischen Streitkräften in internationalen Gewässern überfallen worden. Israels Außenministerium teilte daraufhin in der Nacht auf den 20. Mai mit, es habe die aus 51 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte vor Zypern „vollständig gestoppt“. Demnach befanden sich 430 internationale Aktivisten an Bord, die nach Israel verschleppt wurden. Sie wurden nach internationaler Kritik freigelassen und später von Türkiye ausgeflogen, darunter auch acht Deutsche.
Video sorgte für Empörung
Ein Video des rechtsextremen israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das festgenommene Gaza-Aktivisten in demütigender Weise zeigte, hatte international anschließend Empörung ausgelöst. Zu sehen ist, wie der Minister mit einer Gruppe Anhängern und zwischen gefesselten Aktivisten umhergeht und eine israelische Flagge schwenkt. Einige führende israelische Politiker kritisierten Ben-Gvirs Verhalten, Konsequenzen für den Minister folgten aber bislang nicht.
Barrot betonte, dass es sich bei dem Vorgehen um strafrechtlich relevante Taten handeln könnte. Frankreich hatte aus Empörung über den Vorfall bereits den israelischen Botschafter einbestellt und ein Einreiseverbot gegen Polizeiminister Ben-Gvir verhängt.
Das Auswärtige Amt bestätigte, dass Gaza-Aktivisten aus Deutschland verletzt wurden. Israel beschuldigte eine deutsche Aktivistin wiederum, ihre Verletzungen vorgetäuscht zu haben.
Ziel der Hilfsflotte war es eigenen Angaben zufolge, die von Ägypten mitgetragene illegale Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter für die notleidenden Palästinenser zu bringen. Die Versorgungslage der Palästinenser im Gazastreifen wird von Hilfsorganisationen als unzureichend kritisiert.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 72.770 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.700 weitere.























