Nach dem Kentern mehrerer Flüchtlingsboote im Mittelmeer gehen die Vereinten Nationen von mindestens 606 Toten oder Vermissten seit Jahresbeginn aus. Die hohe Zahl der bei der Überquerung verunglückten Migranten mache dies zum „tödlichsten Jahresstart im Mittelmeer“ seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2014, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Montag.
Allein am vergangenen Samstag seien bei einem Schiffbruch vor der griechischen Insel Kreta „mindestens 30 Migranten“ als vermisst oder tot gemeldet worden, erklärte ein IOM-Sprecher. Das Boot sei bei schlechtem Wetter gekentert. Nach Angaben der griechischen Behörden wurden bislang vier Leichen geborgen, während die Suche nach möglichen Überlebenden am Montag weiter fortgesetzt wurde.
„Netzwerke des Menschenhandels und Schmuggels beuten weiterhin Migranten im zentralen Mittelmeer aus“, erklärte die UN-Organisation weiter. Es sei dringend notwendig, „sichere und regulierte Migrationswege zu entwickeln, um Risiken zu verringern und Leben zu retten“.
Auch müssten die Such- und Rettungsmaßnahmen im zentralen Mittelmeer verstärkt werden. Dafür sei „verstärkte regionale Zusammenarbeit“ erforderlich.
Der Weg über das zentrale Mittelmeer ist nach Angaben der Organisation die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt. Allein im vergangenen Jahr starben auf dieser Route demnach mindestens 1340 Flüchtlinge. Zwischen 2014 und 2025 starben laut IOM mehr als 33.000 Flüchtlinge im Mittelmeer oder wurden als vermisst gemeldet.

















