WELT
2 Min. Lesezeit
Libyen: Hunderte syrische Geflüchtete nutzen kostenlose Rückflugtickets
Zahlreiche in Libyen lebende Syrer bereiten ihre Rückkehr in die Heimat vor. Ein von der Regierung in Damaskus organisiertes Programm bietet ihnen kostenlose Flugtickets nach Syrien an.
Libyen: Hunderte syrische Geflüchtete nutzen kostenlose Rückflugtickets
Libyen: Hunderte syrische Geflüchtete nutzen kostenlose Rückflugtickets / Foto: dpa / DPA
26. Oktober 2025

Hunderte seit Jahren in Libyen lebende syrische Geflüchtete haben ein Angebot der syrischen Regierung zu kostenlosen Flugtickets nach Syrien angenommen. Am Samstag hatten bereits 700 Menschen Passierscheine abgeholt, die ihnen das Reisen ermöglichen, oder direkt Tickets bei dem von Damaskus beauftragten Reisebüro in einem Vorort von Tripolis erhalten, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. In den vergangenen Tagen hatten sich Tausende Syrer in Libyen für das Programm angemeldet.

Die syrische Botschaft in Tripolis war im August wiedereröffnet worden, nachdem sie im Jahr 2012 geschlossen worden war. Der seit drei Jahren in Libyen lebende Syrer Mahmud Nasr al-Din sagte AFP, dass es ohne die Botschaft „schwierig gewesen wäre, nach Syrien zurückzukehren“. Sobald er zurück nach Syrien kehre, „werden wir uns bemühen, zu arbeiten und alles wieder aufzubauen, angesichts des Ausmaßes der Zerstörungen“, fügte er hinzu. Sein 25-jähriger Landsmann Rami Hassun sagte AFP: „Wir werden in unser Land zurückkehren, Gott sei Dank.“

Es gibt keine offiziellen Statistiken über die Anzahl der Syrer in Libyen, aber Tausende von Familien leben seit Jahrzehnten dort. Tausende weitere, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen waren, kamen, um die Überquerung des Mittelmeers nach Europa zu versuchen.

Kämpfer unter der Führung der HTS-Miliz hatten Anfang Dezember Damaskus erobert und die jahrzehntelange Herrschaft unter Baschar al-Assad beendet. Seitdem setzt die neue Regierung auf politische und wirtschaftliche Reformen. 

Assad, der das Land fast 25 Jahre mit eiserner Hand regierte, war im Dezember nach Russland geflohen. Mit seiner Entmachtung endete die seit 1963 bestehende Diktatur der Baath-Partei. Die Übergangsregierung unter Präsident Ahmad al-Scharaa wurde im Januar gebildet.

Die Assad-Familie hatte das Land seit mehr als 50 Jahren mit eiserner Hand regiert. Baschar al-Assad hatte die Macht im Land im Jahr 2000 von seinem verstorbenen Vater übernommen. Mit seiner gewaltsamen Niederschlagung pro-demokratischer Proteste im Jahr 2011 begann ein Bürgerkrieg. Nach UN-Schätzungen wurden dabei mehr als 300.000 Zivilisten getötet und fast 14 Millionen Menschen vertrieben.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen