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Trump droht Iran mit Angriffen auf zivile Infrastruktur
Der US-Präsident droht dem Iran erneut mit Angriffen auf Brücken und Kraftwerke. Ob die iranische Führung einlenkt und Verhandlungen zustimmt, ist unklar.
Trump droht Iran mit Angriffen auf zivile Infrastruktur
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an. Irans Streitkräfte reagierten auf die nächtlichen US-Angriffe wieder mit Gegenschlägen auf US-Stützpunkte in der Golfregion und Jordanien.

Trump hatte dem Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke gedroht, dies dann aber nicht wahr gemacht. Damals wollte der Präsident Teheran dazu bewegen, die für den globalen Energiehandel wichtige und vom Iran blockierte Straße von Hormus für den Schiffsverkehr zu öffnen. Kurze Zeit später einigten sich die Kriegsparteien dann auf eine Waffenruhe.

Bericht: Trump diskutiert Ausweitung der Angriffe bei Krisensitzung 

Das US-Militär begann am Dienstag eine weitere Angriffswelle gegen den Iran und nahm zugleich die Seeblockade iranischer Häfen und Küstengebiete wieder auf. Ziel der Angriffe sei es angeblich gewesen, iranische Schläge auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu verhindern. Nach sieben Stunden sei die Angriffswelle am Mittwochmorgen deutscher Zeit beendet worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Dutzende militärische Ziele seien getroffen worden. 

Laut dem Nachrichtenportal „Axios“ hielt Trump am Dienstag (Ortszeit) eine Krisensitzung ab, um eine massive Offensive gegen den Iran zu besprechen. Im Mittelpunkt standen dem Bericht zufolge neue Pläne für verheerende Angriffe auf strategische Ziele im Iran – zusätzlich zu den Angriffen auf iranische Ziele in der Straße von Hormus. An der Sitzung hätten auch Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, CIA-Direktor John Ratcliffe sowie weitere hochrangige Beamte teilgenommen.

30 Tote bei US-Angriffen im Iran

Bereits in den Nächten zuvor hatte es ähnliche Angriffe gegeben. Der Konflikt war vor einer Woche erneut eskaliert, nachdem Irans Streitkräfte Vergeltungsschläge auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus durchgeführt hatten. Diese hatten versucht, für die Durchfahrt der Meerenge einen südlichen Korridor vor der Küste des Omans zu nutzen. Dies war offenbar ohne Abstimmung mit dem Iran erfolgt, dessen Führung die Kontrolle über die Straße von Hormus beansprucht. 

Iranischen Staatsmedien zufolge wurde bei den Angriffen auch zivile Infrastruktur getroffen. In der südwestlichen Provinz Chusestan wurde demnach unter anderem ein Weizensilo getroffen. In der westlichen Provinz Ilam bombardierte das US-Militär den Berichten zufolge eine Mineralwasserfabrik. Iranischen Regierungsangaben zufolge wurden bei den US-Angriffen im Süden in den vergangenen Tagen mindestens 30 Menschen getötet, 260 weitere wurden verletzt. Laut der Nachrichtenagentur Mehr wurden sieben Soldaten bei einem Luftangriff im Südosten des Landes getötet.

Als Reaktion auf die US-Angriffe führten Irans Revolutionsgarden erneut Gegenschläge auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait sowie im gut 1.000 Kilometer entfernten Jordanien durch. In Kuwait zielten die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben auf Flugabwehrstellungen, Logistikdepots und Raketenstellungen des US-Militärs, in Bahrain auf Treibstofftanks der US-Marine. In Jordanien sei ein Luftwaffenstützpunkt getroffen worden. Die Flugabwehr habe drei Raketen abgeschossen, teilten die jordanischen Streitkräfte am Morgen mit. Opfer oder Schäden habe es nicht gegeben. 

Irans Revolutionsgarden wollen Energieexporte unterbinden

Derweil drohten die Revolutionsgarden mit weiteren Einschränkungen in der Straße von Hormus. Als Reaktion auf die neue US-Seeblockade kündigten sie an, den Export von Erdöl und Erdgas zu unterbinden. Dieser sei „entweder für alle oder für niemanden“, hieß es in einer Mitteilung in der Nacht. Auch der Iran erzielt einen großen Teil seiner Staatseinnahmen aus Erdölexporten, vor allem nach China. Bereits zuvor hatte die US-Regierung versucht, Teheran mit einer Blockade iranischer Häfen wirtschaftlich unter Druck zu setzen.

Seit Anfang April galt im völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran eine brüchige Waffenruhe. In jüngster Zeit war es aber wegen des Streits um die freie Durchfahrt durch die für den weltweiten Handel wichtige Straße von Hormus immer wieder zu Kämpfen gekommen. Trump erklärte die Waffenruhe deshalb in der vergangenen Woche für beendet.

Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Rund die Hälfte der Zeit ist vorbei, ohne dass sich beide Seiten angenähert haben.

Iran sieht sich nach Angriffen nicht mehr an Abkommen gebunden

Auch aus Sicht der iranischen Regierung hat das Rahmenabkommen inzwischen keinen Bestand mehr. „Mit der Wiederaufnahme militärischer und aggressiver Maßnahmen gegen die Islamische Republik Iran haben die USA die Absichtserklärung in grundlegender Weise verletzt“, sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi in einem Interview der iranischen Onlineplattform „YJC“. Unter diesen Bedingungen sehe sich der Iran an keinerlei Verpflichtung mehr gebunden, fügte er hinzu. 

Irans Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, Amir-Said Irawani, warf den USA unterdessen vor, das Rahmenabkommen aktiv und gezielt untergraben zu haben. „Die Vereinigten Staaten sind der Aggressor, nicht das Opfer“, sagte er laut dem staatlichen iranischen Rundfunk.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen