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Bericht: Berlin prüft Kauf türkischer Interkontinentalraketen als Alternative zu Tomahawks
Nach der Absage der USA, Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren, sucht die Bundesregierung laut Medienberichten nach Alternativen. Demnach steht auch der mögliche Kauf türkischer Yıldırımhan-Raketen im Raum.
Bericht: Berlin prüft Kauf türkischer Interkontinentalraketen als Alternative zu Tomahawks
Türkische Interkontinentalrakete „Yıldırımhan“ / AA

Weil die USA zunächst keine Tomahawk-Marschflugkörper mehr in Deutschland stationieren wollen, arbeitet die Bundesregierung Berichten zufolge jetzt gemeinsam mit Nato-Partnern an neuen Lösungsansätzen, um die Sicherheit in Europa weiterhin gewährleisten zu können. Es werde ein Plan geprüft, wonach in einem Joint Venture zwischen deutschen und US-Unternehmen möglicherweise schon ab 2028 Tomahawk-Raketen in Deutschland produziert werden könnten, berichtete die „Welt“ (Montag) unter Berufung auf mehrere informierte Diplomaten von EU und Nato.

Vorbild wäre dabei das bereits existierende Joint Venture zwischen dem bayerischen Unternehmen MBDA und dem US-Rüstungsunternehmen RTX, das künftig für die Nato dringend benötigte Flugkörper für das Flugabwehrraketensystem Patriot produzieren soll, hieß es. 

Parallel dazu wird dem Bericht zufolge derzeit in Berlin geprüft, zum Schutz der europäischen Nato-Staaten Waffen in Türkiye zu kaufen. Im Gespräch sind demnach die türkische Interkontinentalrakete Yıldırımhan mit einer Reichweite von bis zu 6.000 Kilometern sowie die Hyperschall-Langstreckenrakete Tayfun-Block-4. Entscheidungen seien bisher noch nicht getroffen worden. 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Anfang des Monats bestätigt, dass die von US-Präsident Donald Trumps Amtsvorgänger Joe Biden zugesagte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern zunächst nicht erfolgen werde. „Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug“, sagte Merz. Der Zug für eine Stationierung sei aber „nicht abgefahren“. Zuvor hatte das Pentagon den Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Deutschland in den kommenden zwölf Monaten angekündigt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen