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Westjordanland: Israelische Siedler besetzen palästinensische Häuser
Extremistische israelische Siedler haben nahe Jericho im Westjordanland acht Wohnhäuser palästinensischer Familien besetzt. Der Gouverneur von Jericho spricht von gefälschten Verkaufsunterlagen.
Westjordanland: Israelische Siedler besetzen palästinensische Häuser
02.11.2026, Westjordanland, Lubban al-Sharqiya: Israelische Siedler im besetzten Westjordanland. Foto: Leo Correa/AP/dpa

In der Nähe der Stadt Jericho im besetzten Westjordanland haben extremistische israelische Siedler acht Wohnhäuser von Palästinensern besetzt. Die Häuser seien von der extremistischen Siedlerorganisation Nachala angeblich rechtmäßig gekauft worden, teilte ein Vertreter der Siedler am Donnerstag mit. Der palästinensische Gouverneur von Jericho, Hussein Hamayel, sprach dagegen von gefälschten Verkaufsunterlagen.

Die israelischen Familien seien bereits am Mittwoch in die Häuser eingezogen, sagte Hanan Greenwood vom regionalen Siedlerrat der Nachrichtenagentur AFP. Ein AFP-Reporter sah Familien mit Kindern in die Häuser einziehen. „Wir sind sehr begeistert“, sagte Greenwood. 

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Peace Now, die den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau im besetzten Westjordanland ablehnt, ließen sich dort etwa 30 israelische Siedler nieder. Der palästinensische Gouverneur Hamayel erklärte gegenüber AFP, das Grundstück gehöre der Palästinensischen Autonomiebehörde und könne nicht verkauft werden. 

„Was hier als Verkauf dargestellt wird, ist eine Fälschung, und was verbreitet wird, ist nichts als Siedlerpropaganda“, sagte er. Peace Now erklärte ihrerseits, selbst bei einem rechtmäßigen Kauf müsse die israelische Regierung die Errichtung einer Siedlung genehmigen.

Peace Now warf den extremistischen Siedlern vor, bei ihrer Ankunft zwei israelische Aktivisten angegriffen und ausgeraubt sowie einen Palästinenser durch einen Schuss ins Bein verletzt zu haben. Die Organisation warnte vor weiterer Gewalt und der Vertreibung palästinensischer Bewohner. In der Region Jericho hätten bereits mehrere palästinensische Gemeinschaften wegen Übergriffen von israelischen Siedlern ihre Wohnorte verlassen müssen.

Die Organisation Nachala unterstützt den illegalen israelischen Siedlungsbau und tritt für die Annexion des Westjordanlands ein. Die EU hat Sanktionen gegen die Siedlerorganisation verhängt, weil sie Gewalt gefördert habe, die zur Zwangsvertreibung von Palästinensern führte. Das Gebiet nahe Jericho liegt in der sogenannten Zone C des Westjordanlands und steht unter vollständiger israelischer Kontrolle.

Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 730.000 Siedler in mehr als 370 illegalen Siedlungen und Außenposten. Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler. Sie dringen in palästinensische Dörfer ein, verüben Brandanschläge und zünden Felder und Olivenhaine an. 

Eine UN-Untersuchungskommission für Palästina kam im Juni zu dem Schluss, dass israelische Behörden und Besatzungstruppen die Siedlergewalt dulden oder unterstützen. Israelische Truppen sind demnach immer wieder an Siedlerangriffen beteiligt, bei denen Palästinenser verletzt, getötet oder vertrieben werden.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen