Türkiye und Australien haben sich auf ihre Aufgabenteilung bei der Ausrichtung der nächsten Weltklimakonferenz (COP31) geeinigt. Die Vereinbarung sei einstimmig von der Ländergruppe Westeuropäische und andere Staaten beschlossen worden, teilte die deutsche Delegation als Vorsitzende der Gruppe am Freitagabend (Ortszeit) in Belém mit. Demnach finden die zweiwöchigen Verhandlungen in einem Jahr zwar in der türkischen Mittelmeer-Provinz Antalya statt, den Vorsitz der Verhandlungen hat aber Australien.
Den Titel des COP31-Präsidenten wird wiederum ein Türke tragen, ein Australier oder eine Australierin wird den Vize-Vorsitz übernehmen. Australien wird zudem die Vorverhandlungen bei der sogenannten Pre-COP organisieren. Dazu will es einen der kleinen Pazifik-Inselstaaten als Ort auswählen, um deren besondere Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu bringen.
Die Idee einer „Pazifik-COP“, die Australien in Zusammenarbeit mit den Inselstaaten ausrichten wollte, ist damit gescheitert. Nun die Pre-COP auszurichten, sei aber „besser als nichts“, sagte der Klimaminister von Vanuatu, Ralph Regenvanu, in Belém.
Die Einigung muss jetzt nur noch vom Plenum der UN-Klimakonferenz in Belém (COP30) abgesegnet werden. Damit werden die monatelangen Gespräche um die Ausrichtung beendet. Hätten sich Türkiye und Australien nicht geeinigt, hätte die nächste COP automatisch in Bonn, dem Sitz des UN-Klimasekretariats, stattgefunden.
Nun soll die Weltklimakonferenz also erstmals in der Türkiye stattfinden. Diese hatte das Pariser Klimaabkommen von 2015 Ende 2021 ratifiziert.
Der türkische Klimaexperte Halil Hasar sieht die Klimapolitik als zentralen Themenschwerpunkt Ankaras auf der internationalen Bühne. Daraus resultiere auch das Anliegen, die COP31 auszutragen, sagte Hasar im Gespräch mit dem türkischen Fernsehsender T24. Ähnlich wie bei seiner Vermittlerrolle bei Konflikten sei Türkiye eines der wenigen Länder, die „mit allen Gesprächspartnern auf Augenhöhe“ verhandelten.
Hasar verwies zudem auf die logistischen Kapazitäten seines Landes. Die Mittelmeer-Metropole Antalya beispielsweise biete mehr als 600.000 Betten und verfüge bereits über großflächige Expo- und Kongresszentren.
Die UN-Klimakonferenzen werden turnusmäßig von fünf regionalen Blöcken organisiert. Diese müssen das Gastgeberland jeweils einstimmig auswählen. Zwar hatte eine Mehrheit der westeuropäischen und anderen westlichen Staaten Australiens Bewerbung unterstützt. Türkiye gab aber nicht nach, sodass kein Konsensbeschluss für Australien möglich war.
Die afrikanische Staatengruppe hatte sich zuvor schon darauf geeinigt, dass die UN-Klimakonferenz 2027 (COP32) in Äthiopien stattfindet.















