WELT
1 Min. Lesezeit
Irland: Gewaltsame Ausschreitungen vor Asylunterkunft
Vor einer Flüchtlingsunterkunft nahe Dublin ist es bei einem Protest zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Auslöser waren Medienberichte über eine mutmaßliche Straftat eines Asylsuchenden.
Irland: Gewaltsame Ausschreitungen vor Asylunterkunft
Foto: Peter Murphy/AFP / AFP
22. Oktober 2025

Vor einem Hotel in Irland, in dem Asylsuchende untergebracht sind, ist es nach Polizeiangaben zu „gewaltsamen“ Protesten gekommen. Sechs Menschen wurden nach Polizeiangaben vom Dienstag festgenommen. Den Protesten waren Medienberichte vorangegangen, wonach mutmaßlich ein Asylbewerber ein zehnjähriges Mädchen sexuell missbraucht haben soll. 

Polizeikommissar Justin Kelly bezeichnete die Proteste als „offensichtlich“ nicht friedlich. Es sei ein „Mob“ gewesen, der Gewalt gegen die Polizei im Sinn gehabt habe.

Mindestens 1000 Menschen versammelten sich vor dem Hotel in Saggart südwestlich von Dublin – in der Nähe soll das Mädchen vergewaltigt worden sein. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, wie ein Polizeiwagen in Brand gesetzt wurde. Demonstranten schwenkten irische Flaggen, die Beamten versuchten, die Menge mit Pfefferspray zu zerstreuen.

Die irische Regierung verurteilte die Proteste, Premierminister Micheal Martin kritisierte die „gewalttätigen Unruhen“. Nach Angaben der Polizei wurde ein Beamter am Fuß verletzt, Demonstranten zielten zudem mit Lasern auf einen Polizeihubschrauber.

Der Polizei zufolge wurden die Proteste von „verschiedenen Gruppen“ in Onlinenetzwerken organisiert, „die Hass und Gewalt schüren und andere dazu ermutigen und verleiten, sich zu beteiligen“.

In Irland und Großbritannien hat sich die Stimmung gegen Einwanderer in den vergangenen Jahren verschärft. Hotels, in denen Asylbewerber untergebracht sind, wurden häufig Schauplatz von Protesten und Unruhen.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen