Rassistische und antisemitische Gewalt verharrt in Deutschland nach Einschätzung einschlägiger Beratungsstellen auf einem „alarmierend hohen Niveau“. Der Dachverband VBRG registrierte im vergangenen Jahr 3.176 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe. Damit wird zwar der Höchstwert aus dem Jahr 2024 unterschritten, als rund 3.450 Fälle gezählt wurden, doch die Zahl liegt deutlich höher als in den Jahren zuvor.
Judith Porath vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) beklagt eine „zunehmende Normalisierung“ derartiger Vorfälle: „Bedrohung und Angriffe gehören für viele Betroffene mittlerweile zum Alltag.“
Rassismus ist das häufigste Tatmotiv
Über die Jahre hinweg sind die Zahlen des VBRG allerdings nur bedingt vergleichbar. Der Jahresbericht für 2025 basiert auf den Daten aus 13 der 16 Bundesländer. Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland fehlen, im Jahr davor war auch Niedersachsen nicht dabei. Porath erklärt das mit der unterschiedlichen finanziellen Ausstattung der einzelnen Landesverbände, die mitunter aus Geldmangel auf derartige Statistiken verzichten müssten.
Nach den VBRG-Daten bleibt Rassismus mit 1.729 dokumentierten Taten das häufigste Tatmotiv. Zudem erfassten die Beratungsstellen 325 queerfeindliche sowie 180 antisemitische Gewalttaten.
Polizeistatistik deutlich niedriger
Die Zahlen des Verbands liegen deutlich höher als in der offiziellen Polizeistatistik; dort ist für das Vorjahr nur von rund 1.300 rechtsextremen Gewaltdelikten die Rede. Der VBRG begründet den Unterschied damit, dass die Ermittlungsbehörden bei der Zuordnung eines rechtsextremen Tatmotivs relativ zurückhaltend seien. Zudem würden viele Fälle gar nicht erst zur Anzeige gebracht.
Porath sagt, viele Betroffene fühlten sich bei Polizei und Justiz nicht ernst genommen, Angriffe würden oft bagatellisiert und Verfahren verschleppt.























