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Mautgebühren in Straße von Hormus? Trump warnt Teheran
Der US-Präsident warnt den Iran vor einer möglichen Durchfahrtsgebühr für Tanker in der Straße von Hormus. Zugleich bleibt die Lage an der wichtigen Öl-Route auch nach einer Waffenruhe weiterhin angespannt.
Mautgebühren in Straße von Hormus? Trump warnt Teheran
Foto: Benoit Tessier/REUTERS (Archiv)
vor 10 Stunden

US-Präsident Donald Trump hat Teheran vor dem Erheben von Mautgebühren in der Straße von Hormus gewarnt. „Es gibt Berichte, dass der Iran Tanker, die durch die Straße von Hormus fahren, zur Kasse bittet“, erklärte Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Das sollten sie besser nicht tun, und falls doch, sollten sie sofort damit aufhören.“

In einem weiteren Beitrag auf Truth Social fügte Trump hinzu, dass „sehr schnell Öl zu fließen beginnen wird, mit oder ohne die Hilfe des Iran“. In einem dritten Beitrag warf Trump Teheran später vor, „seine Aufgabe, den Öltransport durch die Straße von Hormus zu ermöglichen, sehr schlecht“ zu erfüllen. „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben“, fügte er hinzu.

Vor mehr als fünf Wochen hatten die USA und Israel einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Daraufhin sperrten die iranischen Streitkräfte die Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten. Seitdem kam der Schiffsverkehr in der Meerenge, die für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas sehr wichtig ist, beinahe zum Erliegen.

Nach zahlreichen tödlichen Attacken auf das Land im Nahen Osten einigten sich die USA und der Iran in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) auf eine zweiwöchige Waffenruhe. Die Führung in Teheran erklärte sich im Gegenzug bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen – betonte jedoch, die Meerenge weiter kontrollieren und möglicherweise Maut für die Passage kassieren zu wollen. In Europa stieß der Vorschlag einer Durchfahrtgebühr auf heftige Kritik. 

Seit dem Verkünden der Feuerpause seien nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, teilte das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler mit. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm am Donnerstag offenbar Kurs auf die Straße von Hormus. Am Donnerstag empfahlen die iranischen Revolutionsgarden alternative Routen durch die Meerenge und nannten als Grund Seeminen. 

Laut Daten der Plattform Marine Traffic passierte später ein erster nicht-iranischer Tanker die Meerenge. Demnach handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker „MSG“. Das Schiff war den Angaben zufolge mit rund 7000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs.

In Friedenszeiten werden in der Meerenge nach Angaben des Brancheninformationsdienstes Lloyd's List etwa 120 Durchfahrten pro Tag gezählt. Damit wird normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormus abgewickelt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen