Das Land Berlin und der Rüstungskonzern Israel Aerospace Industries (IAI) wollen gemeinsam ein Innovationszentrum für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung gründen. Das teilte die Berliner Senatskanzlei bereits am 11. Juni mit. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und der IAI‑Vorstandsvorsitzende Boaz Levy später am Nachmittag unterzeichnet.
Das Innovationszentrum soll Start-ups in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Sicherheit und sogenannte Dual-Use-Technologien – die militärisch und zivil genutzt werden können – unterstützen. Das Ziel sei, Berlins Innovationsökosystem zu stärken, neue industrielle Kapazitäten aufzubauen und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Das Projekt soll im Technologiepark Berlin-Adlershof entstehen.
Das umstrittene israelische Unternehmen IAI entwickelt und produziert unter anderem zivile und Kampfflugzeuge, Drohnen und Raketen. Es ist bekannt für das Raketenabwehrsystem Arrow‑3 und das autonome U‑Boot BlueWhale.
Die Bundeswehr wird seit Jahren von IAI beliefert. 2019 vergab das Verteidigungsministerium einen Auftrag für zunächst fünf Kampfdrohnen des Typs Heron TP. Diese werden derzeit in Schleswig-Holstein stationiert. Der Vertrag wurde indes um drei weitere Drohnen erweitert. Mit den auch im israelischen Vernichtungskrieg in Gaza eingesetzten Großdrohnen zählt IAI zu den zentralen Ausrüstern der Bundeswehr im Bereich unbemannter Systeme.
Die Militarisierung Berlins durch die strategische Kooperation mit einem der größten israelischen Rüstungskonzerne stößt auf breite Kritik. Regelmäßig kommt es zu Protesten und Aktionen gegen den Ausbau der Rüstungsproduktion. Zuletzt hatte das im April vereinbarte Joint Venture zwischen KNDS Deutschland und dem israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems mit Sitz in Kassel Proteste ausgelöst. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsunternehmen im Bereich der Artillerieraketensysteme.






















