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Polizeieinsatz gegen Gaza-Aktivisten überrascht in Spanien
Nach ihrem harten Vorgehen gegen Gaza-Aktivisten in Bilbao kündigt die baskische Polizei eine Untersuchung an. Israel, das selbst mit Folter-Vorwürfen konfrontiert ist, reagiert mit einer Spitze gegen Spanien.
Polizeieinsatz gegen Gaza-Aktivisten überrascht in Spanien
Barcelona, Spanien, 23.05.20026 / Foto: Lorena Sopena Lopez/AA

In Spanien hat die Polizei auf dem Flughafen von Bilbao massive Gewalt gegen sechs aus israelischer Gefangenschaft entlassene Rückkehrer der Gaza-Hilfsflotte und Unterstützer angewendet. Auf Videobildern spanischer Medien war zu sehen, wie Beamte wiederholt mit Schlagstöcken auf bereits auf dem Boden liegende Menschen einschlugen, sie über den Boden schleiften und die Arme hinter dem Rücken mit Handschellen fixierten. Spanische Medien zeigten sich überrascht von den Bildern, da es in der Bevölkerung viel Sympathie mit der Gaza-Hilfsflotte und den Palästinensern gibt. 

Polizei im Baskenland will Vorgehen untersuchen

Was die Gewalt auslöste, war zunächst unklar. Die baskische Polizei Ertzaintza kündigte umgehend eine Untersuchung an, ob das Vorgehen der Beamten den geltenden Vorschriften entsprach. Zwei Rückkehrer und zwei Unterstützer wurden demnach wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen, drei von ihnen wurden nach Polizeiangaben kurz darauf wieder freigelassen.

Israels Außenministerium schrieb in einem Post auf X, man fordere eine Erklärung der spanischen Regierung zu dem harten Polizeieinsatz gegen die Aktivisten. Israel waren zuvor durch Teilnehmer der Hilfsflotte selbst gewaltsame Übergriffe vorgeworfen worden.

Aktivisten berichteten über Misshandlungen durch Israel

Mehrere Mitglieder der „Global Sumud Flotilla“ (GSF), darunter auch Deutsche, haben von Misshandlungen, Prügel, Übergriffen und Folter durch israelische Sicherheitskräfte berichtet, nachdem sie in internationalen Gewässern von der israelischen Armee verschleppt worden waren. Das Auswärtige Amt hatte am Freitag bestätigt, dass Aktivisten aus Deutschland verletzt wurden. Ein Sprecher bekräftigte die Kritik der Bundesregierung an einer „erniedrigenden Behandlung“ der von Israel entführten Aktivisten, kündigte aber keine Konsequenzen an. Tel Aviv hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Rund 430 Aktivisten mit mehr als 50 Booten wollten die von Ägypten mitgetragene illegale Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen, um den notleidenden Palästinensern humanitäre Hilfsgüter zu bringen. Das israelische Außenministerium sprach von einer „PR-Aktion im Dienste der Hamas“.

Seit dem Wahlsieg der Hamas in Gaza im Jahr 2007 riegelt Israel den Gazastreifen entgegen dem Völkerrecht vom Meer aus strikt ab. Die Absperrung der Zugänge nach und aus Gaza wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen