Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Israels Stürmung der Gaza-Hilfsflotte scharf verurteilt. Bei einer Rede am Donnerstag in Ankara sprach er von einem „Akt der Piraterie“ gegen Boote, die Hilfsgüter für „unterdrückte Palästinenser“ liefern wollten.
„Die genozidale Netanjahu-Regierung kann nicht einmal die geringste Chance auf Frieden ertragen“, so Erdoğan. Die „Global Sumud Flotilla“ habe der Welt erneut die „Brutalität in Gaza und das mörderische Gesicht Israels“ vor Augen geführt.
Mit Blick auf das Verhalten Israels sagte Erdoğan, die „Völkermord-Maschinerie“ befinde sich im Zustand einer „Raserei“, um ihre Verbrechen in Gaza zu verschleiern.
Erdoğan bekräftigte zugleich, Türkiye werde die Palästinenser nicht im Stich lassen und mit aller Kraft auf einen Waffenstillstand und die Wiederherstellung von Frieden hinarbeiten.
Israelische Kriegsboote enterten ab Mittwochabend die Boote der Gaza-Hilfsmission „Global Sumud Flotilla“. Laut den Organisatoren stürmten oder stoppten israelische Besatzungstruppen mindestens 40 von 42 Booten und verschleppten bisher mindestens 317 Aktivisten. Darunter sind mindestens 38 türkische Staatsbürger, wie offizielle Quellen bestätigten. Die Generalanwaltschaft Istanbul leitete deswegen Ermittlungen ein.
Israel hatte zuvor betont, ein Anlegen der Boote im Gazastreifen nicht zu erlauben. Bereits im Juni und Juli hatte Israel zwei Versuche von Aktivisten behindert, Hilfsgüter auf dem Seeweg in den Gazastreifen zu bringen. Die israelische Armee stürmte die beteiligten Boote auf internationalen Gewässern, verschleppte die Besatzung und verwies sie des Landes.
Die Gaza-Hilfsflotte ist aus einer zivilen Initiative hervorgegangen. Die Friedensaktivisten wollen den völkerrechtswidrigen Belagerungsring Israels auf See friedlich durchbrechen und Hilfsgüter an die notleidenden Menschen bringen.























