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Hamas stimmt zweiter Phase der Gaza-Waffenruhe zu
Die zweite Phase der Waffenruhe im Gazastreifen nimmt Gestalt an. Die palästinensische Widerstandsorganisation Hamas hat dem Abkommen zugestimmt. Die Umsetzung ist jedoch an die vollständige Erfüllung der israelischen Verpflichtungen geknüpft.
Hamas stimmt zweiter Phase der Gaza-Waffenruhe zu
Hamas stimmt zweiter Phase der Gaza-Waffenruhe zu / Foto: AA

Die palästinensische Widerstandsorganisation Hamas hat einer schriftlichen Vereinbarung für die zweite Phase der Waffenruhe im Gazastreifen zugestimmt. Die Vereinbarung basiere auf einem „umfassenden Paket“ gegenseitiger und gleichzeitig umzusetzender Verpflichtungen, erklärte Mitglied des Hamas-Politbüros und der Verhandlungsdelegation, Ghazi Hamad, am Freitag gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Voraussetzung sei jedoch, dass Israel zunächst sämtliche Verpflichtungen aus der ersten Phase der Waffenruhe vollständig erfülle.

Hamad verwies darauf, dass die israelische Armee ihre Angriffe im Gazastreifen auch während der ersten Phase fortgesetzt und dabei weiterhin Zivilisten getötet habe.

Nach Angaben Hamads umfasst die schriftliche Vereinbarung den Rückzug Israels aus dem Gazastreifen, den Wiederaufbau des Küstengebiets, die Stationierung internationaler Kräfte, die Übernahme der Verwaltung durch das Nationale Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens sowie Regelungen zu den Waffen.

Die zweite Phase könne erst umgesetzt werden, wenn Israel alle Verpflichtungen aus der ersten Phase erfüllt habe. Das Abkommen müsse als einheitliches und unteilbares Gesamtpaket betrachtet werden.

„Wenn Israel seine Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht erfüllt, werden auch wir unsere Verpflichtungen nicht umsetzen“, sagte Hamad.

Schwere Waffen sollen an Verwaltungskomitee übergeben werden

Hinsichtlich der Waffenfrage erklärte Hamad, dass schwere Waffen in die Verantwortung des Nationalen Komitees für die Verwaltung des Gazastreifens übergehen sollen. Dies solle parallel zur Umsetzung der übrigen Bestimmungen erfolgen.

Dazu zählten ein schrittweiser Rückzug der israelischen Armee bis hin zu einem vollständigen Abzug, die Aufnahme der Arbeit des Verwaltungskomitees, die Stationierung internationaler Kräfte sowie die Auflösung bewaffneter Gruppen, die nach Angaben der Hamas „im Auftrag Israels“ handelten.

Die Vereinbarung sehe zudem die Einrichtung eines internationalen Kontrollgremiums vor. Dieses solle die Umsetzung der einzelnen Bestimmungen fortlaufend überwachen.

Hamad kündigte an, dass die Hamas in den kommenden Tagen an einer weiteren Verhandlungsrunde teilnehmen werde. Dabei sollen die konkreten Umsetzungsmechanismen und der Zeitplan abschließend festgelegt werden.

Die Verhandlungsdelegation der Hamas werde voraussichtlich mit den Vermittlern, Vertretern der USA sowie Nikolay Mladenov zusammentreffen. Hamad bezeichnete Mladenov als Hohen Vertreter des Friedensrates.

Israel habe seine Zustimmung zu der Vereinbarung bislang nicht offiziell bekannt gegeben, sagte Hamad.

Hamas spricht von „schmerzhafter Entscheidung“

Hamad bezeichnete das Abkommen als „schmerzhaft und schwierig“ für die Hamas. Die Widerstandsorganisation habe sich zwar eine bessere Vereinbarung erhofft, diese angesichts der Lage im Gazastreifen jedoch akzeptiert.

Als Gründe nannte er den anhaltenden „Völkermord“, die humanitäre Katastrophe und die schwierigen Lebensbedingungen der palästinensischen Bevölkerung.

Die Hamas habe dem Abkommen zugestimmt, um den Gazastreifen vor weiterer Zerstörung zu bewahren und Israel daran zu hindern, seine Pläne zur Vertreibung der Palästinenser aus dem Küstengebiet umzusetzen.

Der Entscheidung seien nach Angaben Hamads innerpalästinensische Konsultationen und Gespräche mit verschiedenen palästinensischen Gruppierungen vorausgegangen. Ziel sei es gewesen, eine gemeinsame und auf Konsens beruhende palästinensische Position zu erreichen.

Trump hatte den umstrittenen „Friedensrat“ Ende Januar am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos gegründet. Der US-Präsident ist Vorsitzender auf Lebenszeit, entscheidet über die Einladungen zur Teilnahme und hat ein Vetorecht bei allen Abstimmungen. Insgesamt 19 Länder unterzeichneten die Gründungscharta. Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben den USA unter anderem Israel, Ägypten, Katar und Türkiye. Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind keine Mitglieder. Sie sehen Trumps „Friedensrat“ als parteiische Konkurrenz zu den Vereinten Nationen.

Der „Friedensrat“ ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza, die ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas vorsieht. 

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der Waffenruhe mindestens 1.209 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 73.350 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 174.052 weitere.

QUELLE:TRT Deutsch