Schwere Unwetter mit Starkregen sind über Teile von Rheinland-Pfalz gezogen – und haben zu schweren Überschwemmungen geführt. Besonders betroffen war der Rhein-Lahn-Kreis. Eine Sprecherin des Kreises sprach nach vorläufigen Daten von einem Hochwasser, wie es statistisch nur alle 50 Jahre vorkommt. Die Feuerwehr wurde Dutzende Male gerufen, größere Schäden blieben aus.
Die Pegelstände der Flüsse Dörsbach, Mühlbach und Ahr stiegen am Freitagabend binnen kürzester Zeit stark an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte bereits am Abend zeitweise vor einem Extremhochwasser gewarnt. Zwischenzeitlich war auch eine Koordinierungsstelle beim Katastrophenschutz eingerichtet worden. Im Laufe der Nacht fielen die Pegelstände wieder.
Die Messstelle beim Kloster Arnstein zeigte, wie schnell der Pegelstand des Dörsbachs stieg: Der Wasserstand lag gegen 17.00 Uhr noch bei 27 Zentimetern. Bis 20.45 Uhr stieg der Pegelstand bis auf 1,96 Meter an. In den Stunden danach fiel der Wasserstand wieder deutlich.
Mittelaltermarkt abgesagt
Besonders betroffen war den Angaben zufolge der Bereich Katzenelnbogen. Dort musste wegen der Überflutungsgefahr ein Mittelaltermarkt kurzfristig abgesagt werden. Auch ein Zeltlager wurde vorsorglich evakuiert.
Die Feuerwehr war zudem zu vielen Einsätzen gerufen worden. Die Einsatzkräfte seien vor allem wegen überfluteter Straßen und umgestürzter Bäume mehr als 60-mal ausgerückt, hieß es.
Baum stürzt auf Ferienhaus
In Obernhof stürzte ein Baum auf das Dach eines Ferienhauses und riss dabei auch die Stromleitung um. Wie hoch der Schaden in diesem Fall ist, konnte die Polizei zunächst nicht beziffern. Größere Schäden seien aber nicht bekannt. Auch Verletze gebe es nicht, wie eine Sprecherin sagte.
Ein 50-jähriges Hochwasser bezeichnet ein Hochwasser, das statistisch gesehen nur alle 50 Jahre auftritt. 2021 war es im Ahrtal zu einem Jahrhunderthochwasser gekommen. Dabei starben mindestens 135 Menschen und tausende Gebäude wurden zerstört.























